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Datum: Sonntag, 24.09.2000
Bibelstelle: Psalm 22,1-15; 37,28
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Tag und Nacht sicher bei Gott geborgen



Psalter


22,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE HIRSCHKUH, DIE FRÜH GEJAGT WIRD».


22,2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.


22,3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.


22,4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.


22,5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.


22,6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.


22,7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.


22,8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:


22,9 Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.


22,10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.


22,11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.


22,12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.


22,13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt.


22,14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe.


22,15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.


37,28 Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht. Ewiglich werden sie bewahrt, aber das Geschlecht der Gottlosen wird ausgerottet.




Wie verlassen war David, als er betend zu Gott schrie: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Auch Jesu Beten am Kreuz, als er um unserer Sünde willen die tiefste Gottverlassenheit erlitt, gleicht einem Schrei. Weil er diese Verlassenheit für uns ertragen hat, sind wir bei Gott als seine Kinder angenommen. Sind wir uns dessen bewusst und dankbar genug? (Lies 2.Kor.5,21; Kol.1,12-14.) Von David wissen wir nicht, warum er so verlassen war, dass er ausrief: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Ein Mann, "der zu seiner Zeit dem Willen Gottes diente" (Apg.13,36), konnte so einsam in der Not sein - "ein Wurm und kein Mensch" (V.7) mehr! Trotz allem bricht in Vers 20 Davids Vertrauen sich Bahn: "Aber du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!" "Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf" (Ps.27,10; lies Jes.49,14-16; 2.Tim.4,16-18). Der Weg der Nachfolge kann uns in Einsamkeit führen. Wir können nie mit der Zustimmung aller rechnen. Manchen Weg müssen wir allein gehen, manches müssen wir in aller Stille allein überwinden. Doch wie David dürfen wir rufen: "Du aber, Herr, sei nicht ferne, eile zu meiner Hilfe!" Und wenn uns Verlust oder Ablehnung treffen, dürfen wir wissen: "Aber der Herr nimmt mich auf." Es gibt viele allein gelassene Menschen, auch unter Christen. Die Erfahrung Davids soll Einsamen zur Hilfe werden: Aber der Herr ist bei mir, bei ihm bin ich zu Hause, er verlässt mich nie. "Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele." "Du sollst erfahren Gottes Liebe, du sollst erfahren Gottes Macht. Wenn nur Vertrauen dir noch bliebe, so bist du sicher - bei ihm geborgen - Tag und Nacht." (Lies Jes.41,10; 43,1.2; Hebr.13,5b.6.)




 

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