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Datum: Mittwoch, 24.01.2001
Bibelstelle: Epheser 1,1
Autor: Hellmut Hentschel (Hellmut.Hentschel@msoe.org)
Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org)
Thema: Heilig bedeutet: Auserwählt



Epheserbrief


1,1 Paulus, ein Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, an die Heiligen in Ephesus, die Gläubigen in Christus Jesus.




Hier trägt einer aber dick auf, könnte man meinen. Apostel heisst, da überbringt einer die Nachricht von einem anderen, aber nicht irgendeine Nachricht und nicht irgendein Auftraggeber. Im Wort Apostel klingt das Wort "Post". Paulus behauptet hier: Ich bin ein Gesandter des Sohnes Gottes und bringe eine Nachricht. Wir sind daran gewöhnt, dass sich Menschen als Stellvertreter Gottes bezeichnen und manche Christen nehmen daran Anstoss, wenn wir so etwas über Kirchenfürsten hören. Aber für Paulus ist das eine Selbstverständlichkeit, nicht nur in seinem Brief an die Epheser. Er ist ein Gesandter Gottes. Und er schreibt an ... die Heiligen. Noch so ein Ding. Wir wissen, dass Paulus manche Christen damals wegen ihres unheiligen Lebens kritisiert hat, und diese Kritik trifft nicht selten auch uns in unserer heutigen Situation. Wenn wir uns Maria und Josef vorstellen, das waren Heilige, die haben auch ihren Heiligenschein verdient. Aber wenn ich an die Christen in Korinth denke, da ging es nicht besonders heilig zu. In Ephesus wird's nicht viel besser gewesen sein. Und doch behauptet Paulus, dass es sich bei den Empfängern seines Briefes um Heilige handelt. Was meint er wohl damit? Das griechische Wort, dass hier im Deutschen mit "heilig" übersetzt wird, bedeutet auch "Auserwählt". An die "Auserwählten" in Ephesus zu schreiben bedeutet: Hier sollen die Leute einen Brief empfangen, die von Gott zum ewigen Leben erwählt wurden, die ihr Leben Christus voll und ganz übereignet haben. Und, damit das allen klar ist, erklärt Paulus im nächsten Viertelsatz: ... (nämlich!) die Gläubigen in Christus Jesus. Die Gläubigen meint Paulus mit den Heiligen. Wenn nun ein wahrer Verkündiger des Evangeliums, und davon gibt es hoffentlich noch viele in unserem Land, seine Predigten beginnen würde mit "........, der Gesandte Jesu Christi durch den Willen Gottes, an die Heiligen in ................., die Gläubigen in Christus Jesus", würde das vielleicht sehr großspurig und vielleicht arrogant klingen. Doch so ganz fehl am Platz wäre es nicht, denn nicht weniger meint Paulus hier in seinem Wort. Wer nicht von Gott beauftragt ist, vor Seinen Heiligen zu sprechen, der sollte es besser auch sein lassen. Denn sonst würde womoeglich die Ausgegung des Wortes Gottes zum Etikettenschwindel.

 

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