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nächsten Text: Was alles zur Förderung des Evangeliums dienen kann ... vorherigen Text: In jeder Situation ein Zeuge Jesu sein Archiv Datum: Donnerstag, 08.03.2001 Bibelstelle: Apostelgeschichte 27,1-44; Psalm 93,3.4 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Paradoxe Situation: Der Gefangene wird zum Mutmacher und Ratgeber Apostelgeschichte 27,1 Als es aber beschlossen war, daß wir nach Italien fahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andre Gefangene einem Hauptmann mit Namen Julius von einer kaiserlichen Abteilung. 27,2 Wir bestiegen aber ein Schiff aus Adramyttion, das die Küstenstädte der Provinz Asien anlaufen sollte, und fuhren ab; mit uns war auch Aristarch, ein Mazedonier aus Thessalonich. 27,3 Und am nächsten Tag kamen wir in Sidon an; und Julius verhielt sich freundlich gegen Paulus und erlaubte ihm, zu seinen Freunden zu gehen und sich pflegen zu lassen. 27,4 Und von da stießen wir ab und fuhren im Schutz von Zypern hin, weil uns die Winde entgegen waren, 27,5 und fuhren über das Meer längs der Küste von Zilizien und Pamphylien und kamen nach Myra in Lyzien. 27,6 Und dort fand der Hauptmann ein Schiff aus Alexandria, das nach Italien ging, und ließ uns darauf übersteigen. 27,7 Wir kamen aber viele Tage nur langsam vorwärts und gelangten mit Mühe bis auf die Höhe von Knidos, denn der Wind hinderte uns; und wir fuhren im Schutz von Kreta hin, bis auf die Höhe von Salmone, 27,8 und gelangten kaum daran vorbei und kamen an einen Ort, der «Guthafen» heißt; nahe dabei lag die Stadt Lasäa. 27,9 Da nun viel Zeit vergangen war und die Schiffahrt bereits gefährlich wurde, weil auch die Fastenzeit schon vorüber war, ermahnte sie Paulus 27,10 und sprach zu ihnen: Liebe Männer, ich sehe, daß diese Fahrt nur mit Leid und großem Schaden vor sich gehen wird, nicht allein für die Ladung und das Schiff, sondern auch für unser Leben. 27,11 Aber der Hauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr als dem, was Paulus sagte. 27,12 Und da der Hafen zum Überwintern ungeeignet war, bestanden die meisten von ihnen auf dem Plan, von dort weiterzufahren und zu versuchen, ob sie zum Überwintern bis nach Phönix kommen könnten, einem Hafen auf Kreta, der gegen Südwest und Nordwest offen ist. 27,13 Als aber der Südwind wehte, meinten sie, ihr Vorhaben ausführen zu können, lichteten die Anker und fuhren nahe an Kreta entlang. 27,14 Nicht lange danach aber brach von der Insel her ein Sturmwind los, den man Nordost nennt. 27,15 Und da das Schiff ergriffen wurde und nicht mehr gegen den Wind gerichtet werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben. 27,16 Wir fuhren aber vorbei an einer Insel, die Kauda heißt, da konnten wir mit Mühe das Beiboot in unsre Gewalt bekommen. 27,17 Sie zogen es herauf und umspannten zum Schutz das Schiff mit Seilen. Da sie aber fürchteten, in die Syrte zu geraten, ließen sie den Treibanker herunter und trieben so dahin. 27,18 Und da wir großes Ungewitter erlitten, warfen sie am nächsten Tag Ladung ins Meer. 27,19 Und am dritten Tag warfen sie mit eigenen Händen das Schiffsgerät hinaus. 27,20 Da aber viele Tage weder Sonne noch Sterne schienen und ein gewaltiges Ungewitter uns bedrängte, war all unsre Hoffnung auf Rettung dahin. 27,21 Und als man lange nichts gegessen hatte, trat Paulus mitten unter sie und sprach: Liebe Männer, man hätte auf mich hören sollen und nicht von Kreta aufbrechen, dann wäre uns Leid und Schaden erspart geblieben. 27,22 Doch nun ermahne ich euch: seid unverzagt; denn keiner von euch wird umkommen, nur das Schiff. 27,23 Denn diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, 27,24 und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du mußt vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren. 27,25 Darum, liebe Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird so geschehen, wie mir gesagt ist. 27,26 Wir werden aber auf eine Insel auflaufen. 27,27 Als aber die vierzehnte Nacht kam, seit wir in der Adria trieben, wähnten die Schiffsleute um Mitternacht, sie kämen an ein Land. 27,28 Und sie warfen das Senkblei aus und fanden es zwanzig Faden tief; und ein wenig weiter loteten sie abermals und fanden es fünfzehn Faden tief. 27,29 Da fürchteten sie, wir würden auf Klippen geraten, und warfen hinten vom Schiff vier Anker aus und wünschten, daß es Tag würde. 27,30 Als aber die Schiffsleute vom Schiff zu fliehen suchten und das Beiboot ins Meer herabließen und vorgaben, sie wollten auch vorne die Anker herunterlassen, 27,31 sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Soldaten: Wenn diese nicht auf dem Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden. 27,32 Da hieben die Soldaten die Taue ab und ließen das Beiboot ins Meer fallen. 27,33 Und als es anfing hell zu werden, ermahnte Paulus sie alle, Nahrung zu sich zu nehmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr wartet und ohne Nahrung geblieben seid und nichts zu euch genommen habt. 27,34 Darum ermahne ich euch, etwas zu essen; denn das dient zu eurer Rettung; es wird keinem von euch ein Haar vom Haupt fallen. 27,35 Und als er das gesagt hatte, nahm er Brot, dankte Gott vor ihnen allen und brach's und fing an zu essen. 27,36 Da wurden sie alle guten Mutes und nahmen auch Nahrung zu sich. 27,37 Wir waren aber alle zusammen im Schiff zweihundertsechsundsiebzig. 27,38 Und nachdem sie satt geworden waren, erleichterten sie das Schiff und warfen das Getreide in das Meer. 27,39 Als es aber Tag wurde, kannten sie das Land nicht; eine Bucht aber wurden sie gewahr, die hatte ein flaches Ufer. Dahin wollten sie das Schiff treiben lassen, wenn es möglich wäre. 27,40 Und sie hieben die Anker ab und ließen sie im Meer, banden die Steuerruder los und richteten das Segel nach dem Wind und hielten auf das Ufer zu. 27,41 Und als sie auf eine Sandbank gerieten, ließen sie das Schiff auflaufen, und das Vorderschiff bohrte sich ein und saß fest, aber das Hinterschiff zerbrach unter der Gewalt der Wellen. 27,42 Die Soldaten aber hatten vor, die Gefangenen zu töten, damit niemand fortschwimmen und entfliehen könne. 27,43 Aber der Hauptmann wollte Paulus am Leben erhalten und wehrte ihrem Vorhaben und ließ die, die schwimmen konnten, als erste ins Meer springen und sich ans Land retten, 27,44 die andern aber einige auf Brettern, einige auf dem, was noch vom Schiff da war. Und so geschah es, daß sie alle gerettet ans Land kamen. Psalter 93,3 HERR, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen; 93,4 die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber ist noch größer in der Höhe. Als Gefangener wurde Paulus mit dem Schiff nach Rom gebracht, als der gefürchtete Wintersturm losbrach. Angst und Schrecken befiel die Schiffsmannschaft, die Passagiere und die Gefangenen. Alle Hoffnung, mit dem Leben davonzukommen, schwand dahin. In dieser Lage war Paulus der Einzige, der Mut machen konnte. Er ergriff das Wort und sprach zu den verzweifelten Menschen: "Seid guten Mutes, denn keiner von euch wird umkommen, nur das Schiff ist verloren. In der letzten Nacht stand neben mir ein Engel des Gottes, dem ich diene. Er sagte: Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden. Mit dir werden auch alle andern am Leben bleiben. Nicht einer wird umkommen. Deshalb fürchtet euch nicht. Ich vertraue Gott! Es wird sich erfüllen, was er mir gesagt hat." Welch paradoxe Situation: der Gefangene wird zum Mutmacher und Ratgeber. Paulus glaubte der Zusage seines Gottes, obwohl er auch nur das aufgewühlte Meer und die Verlorenheit des Schiffes sah. Durch alle Tiefen hindurch wurde sein Glaube erprobt. Das Wort des Psalmisten erfüllte sich: "Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss" (Ps.33,4; lies Ps.31,20; 44,5; 68,20.21). Gottes Reden in der Ausweglosigkeit war das Hoffnungslicht für alle Menschen auf dem Schiff, und sie glaubten der Zusage Gottes. So kann auch unser Gottvertrauen andere auf den Weg des Vertrauens bringen, wie wir es bei einer schwer kranken Frau erlebten: kein Wort der Anklage oder Auflehnung gegen Gott kam über ihre Lippen. Trotz Schmerzen und großer Schwachheit blieb sie dankbar mit der Begründung: "Das Vertrauen hilft mir, getrost meinen Weg zu gehen." Und als sie vor einer Operation gefragt wurde, wie sie so gelassen sein könne, wies sie mit ihrem Zeigefinger nach oben und sagte: "Ich weiß, Jesus ist bei mir!" (Lies Ps.73,23-26; 1.Petr.1,8.9.)
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