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nächsten Text: Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt vorherigen Text: Die Herren der Welt kommen und gehen - unser HERR kommt Archiv Datum: Samstag, 02.06.2001 Bibelstelle: Epheser 1,15-17 Autor: Hellmut Hentschel (Hellmut.Hentschel@msoe.org) Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org) Thema: Der heutige Tag hat 1440 Minuten - wie nutzen wir sie? Epheserbrief 1,15 Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, 1,16 höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, 1,17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Machen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit. Paulus schreibt an die Christen in Kuschadasi. Also, damals hiess die Stadt natuerlich Ephesus, lag in der Provinz Asia und war bevölkert von Menschen, die Griechisch sprachen. Heute kann man die Zahl der Christen dort an einer Hand abzählen. Denn heute heißt dieser Ort Kuschadasi und hat eine türkische, muslimische Bevölkerung. Kuschadasi liegt auch nur in der Nähe des früheren Ephesus und liegt etwa 60 km Luftlinie südlich von Izmir. Auch Izmir kennen wir aus der Bibel. Allerdings ist der biblische Name Smyrna. Es ist erstaunlich, dass es diese Gemeinden in Kleinasien, die wir auch aus den Sendschreiben in der Offenbarung kennen, heute gar nicht mehr gibt: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea das sind heute meist Ruinen. Von den Christen dort gibt es nur noch Spuren. Sie selbst sind längst beim HERRN in der Ewigkeit, aber ihre Nachkommen, wo sind sie? Ephesus hatte damals 300.000 Einwohner und war ein bedeutendes Handelszentrum. Zugleich war Ephesus auch ein wichtiges religiöses Zentrum, denn dort war der Artemiskult zu Hause (die Römer nannten die Göttin Artemis Diana), und der Diana- oder Artemistempel gehört bis heute zu den sogenannen 7 Weltwundern der Antike. In Ephesus gingen bei der heidnischen Bevölkerung Religion und Okkultismus Hand in Hand. Und dort in Ephesus und in den anderen Orten lebten Judenchristen, die bekannt waren für ihre besondere Liebe zu allen Heiligen. Das Wort Heilige begegnet uns bei Paulus immer wieder. Er spricht die Christen, an die er schreibt, konsequent mit dem Wort Heilige an. Wenn Paulus am nächsten Sonntag in einer unserer Gemeinden in Deutschland predigen würde, dann würde er wahrscheinlich sagen: Liebe Heilige von Düsseldorf, von Neu-Ulm oder Zwickau, Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus! Und wir würden vielleicht denken: Heilig? Ich?? Wenn der Paulus mich besser kennen würde, dann würde er mich nicht so leichtfertig anreden. Aber Paulus hatte auch die Leute in Ephesus schon lange nicht mehr gesehen. Er schreibt ja auch, dass er lediglich von ihnen gehört hat und von ihrem Glauben an den Herrn Jesus und von ihrer Liebe zu allen Heiligen. Wenn Paulus von Heiligen spricht, dann meint er damit ein griechisches Wort, dass im Deutschen mit heilig übersetzt wird, und dieses Wort bedeutet auch auserwählt. Die Epheser hatten eine Liebe zu den sogenannten Auserwählten, und das sind die Menschen, die von Gott zum ewigen Leben erwählt wurden, die ihr Leben Christus voll und ganz übereignet haben, also: die Gläubigen in Christus Jesus. Die Christen meint Paulus, wenn er von den Heiligen schreibt. Paulus schreibt, er hört nicht auf zu danken für die Christen in Ephesus und gedenkt ihrer in seinem Gebet. Nun muss man wissen, dass Paulus sich beim Schreiben dieses Briefes in einer misslichen Lage befand: Er saß nämlich in Rom im Gefängnis. Über diese Gefangenschaft wissen wir recht wenig. Wir wissen nur aus der Apostelgeschichte, wie Paulus in Rom angekommen ist. Paulus war vor seiner Gefangennahme anlässlich einer Geldsammlung nach Jerusalem gereist und hier gefangen genommen und nach längerem Gefängnisaufenthalt im heutigen Israel nach Rom überführt worden. Nun stand Paulus in Rom zwar unter Anklage, aber da er ja niemanden umgebracht hatte, hatte er vergleichsweise gute Haftbedingungen. Er lebte in einer Privatwohnung und konnte von Freunden besucht werden. Und er konnte Briefe an die Gemeinden schreiben und vor allem hatte er Zeit zum Beten. Dieser Satz steht hier für alle Christen aufgeschrieben. Wir sollen hier nicht lernen, dass Paulus gerne gebetet hat, weil er nichts besseres zu tun hatte. Was sollte er schon anderes tun? Fernsehen gab es noch nicht und seine Bewegungsfreiheit war eben doch etwas eingeschränkt. Aber Paulus tat das Beste, was er überhaupt tun konnte: Er nutzte die Zeit. Er kaufte die Zeit aus. Was nützte alles Klagen und Weinen über seine Situation? Er wollte dem HERRN dienen, ob in einem Palast oder unter Hausarrest, ob in der Wärme oder in der Kälte, ob krank oder gesund, ob tot oder lebendig: Paulus war von dem Gedanken beseelt, Christus näher sein zu wollen und der Gemeinde dienen zu wollen. Wenn ich mit Christus lebe, dann spreche ich auch mit ihm. Wenn ich die Geschwister im HERRN liebe, dann bete ich auch für sie. Paulus nutzte die Zeit, für seine Geschwister in über 2000 km Entfernung zu danken und zu bitten. Wie nutzen wir die Zeit? Stehen wir mit dumpfen Gedanken in der Schlange an der Kasse bei ALDI? Das muss nicht sein! Wir können beispielsweise für den Menschen vor uns in der Schlange beten: Herr, DU kennst die Sorgen der Frau hier vor mir in der Warteschlange. Schenke mir doch eine Möglichkeit, dass ich mit ihr ins Gespräch komme. Oder: Gib mir doch bitte den Mut, dass ich dieser Frau ein Traktat geben kann und dass sie es auch gern annimmt und dadurch von DIR berührt wird. Oder ich sitze beim Zahnarzt. Mir gegenüber sitzt ein Mensch mit einer dicken Wange. Ich denke: Oh, gut dass es mir nicht so schlecht geht. Oder danke ich Gott: Danke, HERR, dass ich nur eine kleine Plombe brauche und dass es mir nicht so schlecht geht wie diesem Menschen. Oder bete ich: HERR, diesem Menschen dort geht es ganz schlecht. Bitte, segne ihn doch, schenke doch, dass die Zahnärztin ihm helfen kann und dass er Linderung erfährt. Und schenke doch, dass ihm durch diese Krankheit klar wird, dass sein Leben vergänglich ist und dass er sich auf die Suche macht nach Dir und Dich findet. Manchmal sitzt man auch allein im Wartezimmer, in der S-Bahn, ist zu Fuss unterwegs. Dann kann man beten: Danke, HERR, dass ich in einer Gemeinde sein darf und Brüder und Schwestern bekommen habe. Segne unseren Pastor, segne unsere Ältesten, wo immer sie sich gerade aufhalten, dass sie immer ein gutes Wort für die Gemeinde haben, dass DU ihnen konkurrenzlos wichtig bleibst, dass noch mehr Menschen Deine wunderbare Botschaft erfahren. Nutze die Zeit! Die Bibel sagt sogar: Kaufe die Zeit aus! Jede Minute, die einfach nur vergeht, ist eine ungenutzte Chance. Jeder Tag, der einfach so verrinnt, ist ein verlorener Tag. Gott möchte keine nutzlose Zeit. Gott möchte, dass wir unsere Chancen nutzen. Gott möchte mit uns im Gespräch bleiben.
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