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nächsten Text: Ermutigungen zum Beten vorherigen Text: Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt Archiv Datum: Montag, 04.06.2001 Bibelstelle: Epheser 1,17 Autor: Hellmut Hentschel (Hellmut.Hentschel@msoe.org) Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org) Thema: Bewohnt sein oder erfüllt sein vom Heiligen Geist Epheserbrief Paulus bittet in Vers 17, ...dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Widerspricht sich Paulus nicht hier im Vergleich zu den vorigen Versen? Erst schreibt Paulus, dass die Christen in Ephesus Heilige seien, also richtige Christen. Und wir wissen ja, dass der Heilige Geist in den Christen wohnt. Und jetzt wünscht Paulus diesen vom Heiligen Geist bewohnten Menschen, dass Gott ihnen doch den Geist der Weisheit und der Offenbarung geben möchte. Wie kann das sein? Ist das nicht ziemlich arrogant, sogar unverfrohren, wenn ich meinem Pastor sage: Ich wünsche dir den Heiligen Geist!? Oder ich bitte Gott, dass ER dir den Geist der Weisheit und der Erkenntnis schenkt Erstmal müssen wir genauer lesen, was hier eigentlich steht. Paulus schreibt ja hier nicht: Ich wünsche Euch den Heiligen Geist, denn das ist das, was Euch nämlich fehlt. Paulus weiss natürlich, dass alle Christen den Heiligen Geist bekommen haben, und zwar in der Minute, in der sie sich von einem Leben ohne Gott zu einem Leben mit IHM bekehrt haben und dadurch ihre Sünden losgeworden sind. Im Augenblick der Bekehrung wird ein Mensch ein Kind Gottes und von Heiligen Geist bewohnt. Das ist etwas ganz kostbares, etwas ganz wunderbares. Aber der Heilige Geist möchte mehr, als nur bei uns wohnen. Er möchte uns in Bewegung setzen, und verändern, uns führen und leiten. Er möchte uns mit Sich selbst erfüllen. - Bewohnt sein vom Heiligen Geist, das kann bedeuten, dass ein Christ der gleiche Schlawiner bleibt, der er früher gewesen ist, oder wenigstens ein Schlawiner, der im Glauben wächst und nach und nach immer weniger ein Schlawiner ist. - Erfüllt sein vom Heiligen Geist, das bedeutet, dass dem Christen Gottes Anliegen das Wichtigste in Seinem Leben sind und dass er auch mehr und mehr die Kraft hat, diese Anliegen entgegen seiner Bequemlichkeit, entgegen seiner Fleischlichkeit und seinem natürlichen Hang zur Sünde auch durchzusetzen. Erfüllt sein vom Heiligen Geist, das bedeutet, dass man in gewissen Situationen und Stunden vielleicht Dinge klar sehen kann, die einem bisher verschwommen waren, Erkenntnisse bekommt, die einem bisher verschlossen waren, Gottes Anweisungen endlich wirklich mit dem Herzen hört und in der Lage ist, sie zu befolgen. Gott gebe Euch den Geist der Weisheit, das bedeutet: Gott erfülle Euch mit Seinem Heiligen Geist. Im griechischen Text steht hier das Wort: Sophia. Und Sophia da kommt übrigens das Wort Philosophie (Die Lehre von der Weisheit) her steht im Griechischen, wenn die Fähigkeit beschrieben werden soll, dass ein Mensch sein Leben meistern und auch anderen einen guten Rat geben kann. Gott schenke Euch, dass der Heilige Geist in Eurem Leben bewirkt, dass Ihr Euer Leben meistern könnt und andern helfen könnt. In unserem Text bedeutet es aber auch: Gott schenke euch die Fähigkeit, Eure Beziehung zu Gott in Ordnung zu bringen. Das kann bedeuten, dass Paulus hier auch Ungläubige anspricht, die ja bestimmt auch zum Gottesdienst in Ephesus gekommen sind. Das kann aber auch heißen, dass Paulus den Ephesern wünscht, dass bestimmte Probleme innerhalb der Gemeinde durch das Wirken des Heiligen Geistes gelöst werden. Wir Christen brauchen Sophia. Es geht hier nicht darum, viel über Gott und über die Bibel zu wissen. Ich kenne Menschen, die viel mehr über die Bibel wissen als ich, und trotzdem bekennen sie, dass sie nicht gerettet sind und dass sie sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen. Das Wissen um die Bibel bringt uns nicht das ewige Leben. Die Erkenntnis allein macht uns nicht selig. Ich werde ja auch nicht satt, wenn ich mir nur das Schnitzel (für Vegetarier: das Brokoli) auf meinem Teller anschaue. Ich werde erst satt, wenn ich es auch esse. - Weißt du, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist? Das macht dich noch nicht zu einem Christen! - Kennst du die 10 Gebote und versuchst, sie zu befolgen? Das macht dich noch nicht zu einem Gläubigen! - Weißt du, dass es möglich ist, dass ein Mensch ewiges Leben bei Gott haben kann? Das Wissen darum ist noch nicht die Eintrittskarte in den Himmel. Ich kann nur zu Gott kommen, wenn ich mein Leben bedingungslos ausliefere und dem Herrn der Schöpfung, das ist Jesus Christus selbst, anvertraue. Unsere Gesellschaft ist ja römisch geprägt, und das römische Denken hat viel vom griechischen Denken übernommen. Und über Tausende von Jahre hat sich diese falsche Auffassung in die Köpfe der Menschen eingegraben: - Wenn ich viel über Religion weiss, dann bin ich ein Christ. - Wenn ich mich für den Glauben stark interessiere, dann bin ich ein Gläubiger. Diese Theorie war schon vor über 2000 Jahren in Griechenland populär und hat bis heute bei vielen Menschen ihren Reiz nicht verloren. Doch das Wissen macht nicht selig. Die Bibel sagt, dass der Glaube allein selig macht. Das Wissen muss ich mir erwerben und mir persönlich macht es großen Spass, viel Wissen zu erwerben. Ich bin sehr wissensdurstig. Aber mein ganzes Wissen hätte keinen Wert vor Gott und keinen wirklichen Wert vor den Menschen, wenn ich keinen Glauben hätte an den, der mir schenkt, dass ich überhaupt leben und denken kann. Dieses Wissen hätte keinen Wert, wenn es kein Ziel für mein Leben gäbe. In Deutschland gibt es ein Sprichwort, das manchmal gesagt wird, wenn man etwas nicht glaubt: Wers glaubt, wird selig. Das Sprichwort ist falsch und wird auch meistens am falschen Platz gesagt. Richtig muss es heissen: Wer glaubt, wird selig. Nicht wer viel weiss, sondern wer glaubt wird das Himmelreich sehen und ewig bei Gott sein können. Wer viel glaubt, ist weise. Wer nur viel weiss und diesen Wissen nicht bewirkt, dass er sein Leben auf Gott ausrichtet, der ist eigentlich unglaublich dumm.
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