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Datum: Mittwoch, 06.06.2001
Bibelstelle: Psalm 17,6.7; 86,1
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Geistlich arm und doch im Besitz des Himmelreiches



Psalter


17,6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede!


17,7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen gegenüber denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben.


86,1 EIN GEBET DAVIDS. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.




Wie Väter und Mütter sich zu ihrem Kind neigen, wenn sie ihm etwas ins Ohr flüstern wollen, so bittet David seinen Gott: "Herr, neige deine Ohren und erhöre mich!" und erwartet seine Zuwendung. Meistens sind es nicht weltbewegende Dinge, für die wir um Erhörung bitten, aber sie machen unser Leben aus. David ist sich bewusst, dass er mit dem Herrn des ganzen Kosmos spricht: "Keiner ist wie du, Herr... nichts gleicht deinen Werken... alle Nationen, die du gemacht hast..." Begreifen können wir es nicht, dass dieser Herr sich um einen einzelnen Menschen und seine kleinen Belange kümmert. Aber gerade das wird uns in der Bibel versprochen. Auch wir dürfen so zu Gott sprechen: "Neige dein Ohr! Erhöre mich!" Er tut es, denn Gott hat ein Ohr für mich. "Sollte der, der das Ohr gemacht hat, nicht hören?" (Lies 2.Kön.19,16-20; Ps.25,16; 71,1-7; Dan.9,17-19.) Ist das nicht eine merkwürdige Begründung, die David für seine Erwartungen Gott gegenüber hat? Elend- und Armsein ist bei den Menschen keine Empfehlung. Denn Elende und Arme gehören in unserer Gesellschaft zu den Unerwünschten. Sie sind lästig, man geht schnell an ihnen vorbei und will möglichst nichts mit ihnen zu tun haben. David gibt diesen Zustand als seine erste Begründung an, vor Gott zu erscheinen. Das erinnert an die erste Seligpreisung, die Jesus auf dem Berg aussprach: "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich." Also dürfen gerade solche sich an Jesus wenden. "Elend und arm" - das kann Verachtung bei Menschen auslösen, oder den Zugang zu Gott öffnen, der sich der Elenden und Armen annimmt. "Geistlich arm" und im Besitz des Himmelreichs! Ist das nicht ein Wunder? (Lies Matth.11,25; 18,1-3.)




 

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