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Datum: Samstag, 09.06.2001
Bibelstelle: Psalm 57,2-4; 86,3.16
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wer viel arbeitet sollte auch viel beten



Psalter


57,2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.


57,3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.


57,4 Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA. Gott sende seine Güte und Treue.


86,3 Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.


86,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!




"Sei mir gnädig, Herr! Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag... Wende dich zu mir und sei mir gnädig." Zweimal spricht David die Bitte aus: "Sei mir gnädig." Wir wissen nicht, was David dazu bewegte. Stand ihm ein Unrecht vor Augen, ein Versagen? In einem anderen Psalm betet er: "Herr, sei mir gnädig. Heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt" (Ps.41,5; lies Ps.51,3-6a; 130,1-7; Micha 7,18.19). Auf jeden Fall wusste David, dass Gnade unverdient ist und dass wir ebenso wenig Anspruch darauf haben, dass der Herr unsere Bitten erhört. David wusste auch, dass er in jeder Stunde Gottes Gnade brauchte, um sich als sein Knecht zu bewähren. "Sei mir gnädig", bittet er und fügt die Begründung hinzu: "Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag." Die Gnade ist vorhanden, aber man muss sie für sich erbitten und annehmen. Wir müssen zum Thron der Gnade hingehen, "um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zur rechtzeitigen Hilfe" (Hebr.4,16; lies Ps.85,7.8; 90,14; Jes.54,10; 63,7). David sagte nicht: Als vielbeschäftigter Mann in meiner Verantwortung finde ich keine Zeit zum Beten. Nein, wir lesen: "Zu dir rufe ich den ganzen Tag." Er steht in ununterbrochener Verbindung mit seinem Gott. "Ich aber bin stets im Gebet!" Vor und nach seinen Begegnungen und immer wieder, auch während der Arbeit, ruft er zu Gott: Sei mir gnädig. Gib mir Gnade, lass deine gnädige Hilfe in diese Situation einströmen. Paulus schreibt nach Thessalonich: "Betet ohne Unterbrechung!" Und den Ephesern: "Zu jeder Zeit lasst euch betend finden im Geist" (1.Thess.5,17; Eph.6,18). Dann kann die Gnade Gottes jederzeit in unser Leben einströmen. (Lies Dan.6,11; Röm.12,12b; Kol.4,2.)








 

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