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Datum: Mittwoch, 27.06.2001
Bibelstelle: Epheser 6,14
Autor: Hellmut Hentschel (Hellmut.Hentschel@msoe.org)
Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org)
Thema: Wahrhaftig sein



Epheserbrief


6,14 So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit.




Merkwürdig: Ein Gürtel ist für Paulus wichtiger als ein Panzer! Aber Paulus hat


recht! Ehe wir überhaupt den Kampf mit dem Feind beginnen können, müssen wir


wahrhaftig geworden sein vor Gott und vor den Menschen.




Der natürliche Mensch ist selten wahrhaftig. Die Bibel sagt über ihn: "Alle Menschen sind Lügner." Oder: "Alle Menschen sind Schauspieler". Erst mit der Bekehrung wird man wahr.




Die Welt sagt, mit der Bekehrung wird man ein Heuchler. Aber das Gegenteil ist


der Fall: Mit der Umkehr zu Gott hin hört endlich die Heuchelei auf.




Wenn wir nicht im Licht Gottes stehen, ist der Kampf gegen den Feind


ausgeschlossen und ein Sieg unmöglich. Der Gürtel der Wahrheit - das


Wahrwerden vor Gott - ist die Vorbedingung und die Voraussetzung für einen Sieg.




Zuerst will Gott, daß wir wahr werden in bezug auf unsere Vergangenheit. Solange


ein Mensch nicht zu Gott gehört, ist die Sünde sein Lebens-Element. Die 10


Gebote nimmt man nicht so genau. "Notlügen" gehören bei vielen zum Leben. Wenn


man nun im Licht Gottes steht, dann erkennt man plötzlich, daß man so nicht


weitermachen kann. Manche Menschen müssen etwas in ihre Firma zurückbringen, was


sie gestohlen haben. Manche Menschen müssen ihrem Ehepartner sagen, daß sie ihm


nicht treu gewesen sind.




Viele Christen wollen dem HERRN dienen und hören den Teufel sagen: "Du willst


fromm sein und hast deine Sachen nicht in Ordnung? Du willst singen und beten


und bist doch ein Dieb und ein Betrüger?" Darum: Wenn wir im Sieg leben wollen,


müssen wir umgürtet sein mit dem Gürtel der Wahrheit.




Aber es handelt sich nicht nur um unsere Vergangenheit; auch unsere Gegenwart


ist betroffen. Manche Christen haben ein gutes Zeugnis und mischen es mit etwas


Unwahrheit, damit das Zeugnis noch besser und Gott noch größer dargestellt wird.




Manche Christen haben auf alles eine Antwort, wo es manchmal besser wäre zu


sagen: "Ich weiß es nicht!" Von dem Gründer unserer Gemeinschaften, Graf


Pückler, ist bekannt, daß er manchmal sonntags sagte: "Liebe Geschwister, ich


habe heute kein Wort vom HERRN. Wir müssen heute singen." Gibt es nicht genug


Prediger, die einfach reden und reden und immer weiter reden und haben gar


nichts zu sagen? Ist es dann nicht viel besser zu sagen: "Ich habe kein Wort


empfangen. Ich habe mich schlecht vorbereitet. Ich habe mich überhaupt nicht


vorbereitet?"




Soviel zum Reden. Noch etwas zum Beten. Manche Menschen beten wie Schauspieler.


"HERR, wenn noch etwas in mir ist, was Dir nicht gefällt...". Das kann ich im Stillen beten und Gott hört dieses Gebet gern. Wenn ich es aber in der


Öffentlichkeit bete, dann sehen alle wie fromm ich bin. Das klingt so fromm, als


ob man von nichts etwas wüßte. Und ich kenne doch meine Sünden, meine


Verfehlungen ganz genau!




Gott ist treu. ER zeigt uns durch Seinen Heiligen Geist, wenn Er etwas gegen uns


hat: "Ich habe etwas gegen Dich", sagt er in der Offenbarung der Gemeinde in


Ephesus. "Wenn noch was in mir ist, was Dir nicht gefällt", ist in vielen


Fällen nichts anderes als frommer Selbstbetrug oder Schauspielerei.




Wie ist es mit unserer Gegenwart. Was ist das Wichtigste in unserem Leben? Wir


sagen: "Jesus Christus ist das Wichtigste in meinem Leben!" - Wenn das wirklich so ist: Wozu brauche ich dann noch das Fernsehen, ein gutes Essen, viel Geld? Warum bin ich noch empfindlich, wenn jemand schlecht über mich redet? Warum freue ich mich, wenn jemand gut über mich spricht?




Wir sagen: "Hoffentlich kommt der HERR bald wieder und wir werden bei IHM


sein." Und wir gehen zum Arzt, wenn wir eine schlimme Krankheit befürchten, denn


es könnte ja sein, daß wir an dieser Krankheit sterben. Doch nur durch das


Sterben können wir zum ewigen Leben kommen, es sei denn, Jesus kommt schnell


wieder und holt uns.




Betrügen wir uns selbst? - Wenn ich heute nacht meine Frau, meine Kinder, mein


Haus, meine Arbeit verlieren würde, würde ich dann sagen: "HERR, wenn ich nur


Dich habe!" - oder: "Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen, der Name


des HERRN sei gelobt!"??




Da macht sich ein junger Mensch Gedanken, wen er heiraten soll. Er hält das


Leben allein nicht mehr aus. Aber genau dieser junge Mensch hat sein ganzes


Leben Jesus übergeben. Er hat geschworen, wenn nötig für Jesus zu sterben, aber


ein paar Jahre auf seinen Ehepartner zu warten fällt ihm viel schwerer.




Nicht wahr, unser ganzes Wesen ist mit Unwahrhaftigkeit durchzogen. Wir sind -


ein bißchen mehr oder weniger - von Natur aus durch und durch unwahr. Es gehört


etwas dazu, bis wir wirklich ehrlich werden vor Gott. Bis wir so sind, wie wir


sein sollen.




Ich habe von einem jungen Mann gehört, der Geschäftsführer einer Firma gewesen


ist. Er hatte etwas Geld in die eigene Tasche gesteckt. Nun wurde er Christ. Er


ging zu seinem Chef und sagte die Wahrheit und erklärte sich auch bereit, das


Geld nach und nach wieder zurückzuzahlen. Sein Chef hatte keinen guten


Charakter. Er schickte den Mann sofort nach Hause und verklagte ihn zu einer


Strafe.




Der junge Mann fand eine neue Stelle. Der neue Chef fragte ihn, warum er bei


seiner alten Stelle aufgehört hatte. Der junge Mann sagte es ihm. Der Chef


fragte: "Wie ist die ganze Sache ans Licht gekommen?" Der junge Mann antwortete:


"Mir hat mein Gewissen keine Ruhe gegeben und so habe ich es meinem Chef selbst


gesagt."„




Der junge Mann wurde eingestellt. Wenige Tage später bekam der neue Chef einen


Brief von dem alten Chef. In dem Brief stand, daß der junge Mann ein Betrüger


und Schwindler sei. Der neue Chef griff zum Telefonhörer und rief den alten Chef


an und sagte ihm: "Danke für Ihren Brief. Sie schreiben mir nichts Neues. Wir


wußten es schon."




Wir müssen unsere Verfehlungen selbst an das Licht bringen, ehe es der Teufel


tut! Wenn wir etwas gegen unseren Bruder haben, dann müssen wir zu ihm hingehen


und es ihm sagen. Wenn wir hinter dem Rücken unseres Bruders schlecht gesprochen


haben, dann müssen wir ihm diese Sünde bekennen. Wenn wir in unserem Werk einmal


eine falsche Abrechnung gemacht haben und den Fehler bemerkt haben, müssen wir


den Mut haben, es zu bekennen. Und wenn wir die schlimmste Sünde begangen haben,


die ein Mensch begehen kann, müssen wir den Mut haben, mit unseren Leitern,


unseren Ehepartnern, unseren Eltern darüber zu sprechen.




Der Teufel ist der Vater der Lüge. Wenn die Lüge nicht hilft, probiert es der


Teufel mit der Wahrheit. Wir müssen die Wahrheit bekennen, bevor der Teufel es


für uns tut. Dann haben wir auch die beste Chance zur Umkehr und zu einem


gesegneten Leben mit Gott und für Gott.






 

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