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nächsten Text: Wir können in unserem Leben nur in einer Richtung unterwegs sein vorherigen Text: Religiöse Übungen bringen keinen Segen Archiv Datum: Dienstag, 13.05.2003 Bibelstelle: 1.Samuel 4,6-22; Klagelieder 3,22.26 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Religiöse Übungen führen nicht zum Sieg 1.Samuel 4,6-22 4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes des HERRN Zebaoth, der über den Cherubim thront. Es waren aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Gottes, Hofni und Pinhas. 5 Und als die Lade des Bundes des HERRN in das Lager kam, jauchzte ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, sodass die Erde erdröhnte. 6 Als aber die Philister das Jauchzen hörten, sprachen sie: Was ist das für ein gewaltiges Jauchzen im Lager der Hebräer? Und als sie erfuhren, dass die Lade des HERRN ins Lager gekommen sei, 7 fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager gekommen, und riefen: Wehe uns, denn solches ist bisher noch nicht geschehen! 8 Wehe uns! Wer will uns erretten aus der Hand dieser mächtigen Götter? Das sind die Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage in der Wüste. 9 So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, damit ihr nicht dienen müsst den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft! 10 Da zogen die Philister in den Kampf und Israel wurde geschlagen und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß und es fielen aus Israel dreißigtausend Mann Fußvolk. 11 Und die Lade Gottes wurde weggenommen und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, kamen um. 12 Da lief einer von Benjamin aus dem Heerlager und kam am selben Tage nach Silo und hatte seine Kleider zerrissen und Erde auf sein Haupt gestreut. 13 Und siehe, als er hinkam, saß Eli auf seinem Stuhl und gab Acht nach der Straße hin; denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Und als der Mann in die Stadt kam, tat er's kund und die ganze Stadt schrie auf. 14 Und als Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein großer Lärm? Da kam der Mann eilends und sagte es Eli. 15 Eli aber war achtundneunzig Jahre alt und seine Augen waren so schwach, dass er nicht mehr sehen konnte. 16 Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme vom Heerlager und bin heute aus der Schlacht geflohen. Er aber sprach: Wie ist's gegangen, mein Sohn? 17 Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern und das Volk ist hart geschlagen und deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, sind tot; und die Lade Gottes ist weggenommen. 18 Als er aber von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre. 19 Seine Schwiegertochter aber, des Pinhas Frau, war schwanger und sollte bald gebären. Als sie davon hörte, dass die Lade Gottes weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte sie sich nieder und gebar; denn ihre Wehen überfielen sie. 20 Und als sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie standen: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren! Aber sie antwortete nicht und nahm's auch nicht mehr zu Herzen. 21 Und sie nannte den Knaben Ikabod, das ist »Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel!« - weil die Lade Gottes weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. 22 Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die Lade Gottes ist weggenommen. Klagelieder 3,22.26 3,22 Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 3,26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. In Israel herrschte brausender Jubelsturm auf der Seite des Feindes helles Entsetzen über den Einzug der Bundeslade ins Lager Israels. Siegesgewiss glaubten die Israeliten den mächtigen Feind bereits kassiert zu haben. Doch sie täuschten sich. Als es darauf ankam, im Kampf zu bestehen, war aller Mut von ihnen gewichen, und sie erlitten eine schwere Niederlage. Sie hatten lediglich den Anschein erweckt, im Namen Gottes und in seiner Kraft den Philistern siegreich entgegentreten zu können. Die schwere Niederlage dagegen offenbarte die stolze Vermessenheit und den durch Sündenschuld ausgehöhlten Glauben Israels. Eli unterdessen sass in Silo auf seinem Stuhl und wartete angespannt auf Nachricht vom Kriegsschauplatz. Dann kam die Katastrophenmeldung: Israel auf der Flucht, dreissigtausend Gefallene, darunter beide Söhne Elis, die Bundeslade geraubt und in Feindeshand. Schrecken, Tod und Tränen, wohin man auch blickte! Das brach dem leidgeprüften alten Mann das Herz und kostete ihn und auch seiner Schwiegertochter das Leben. Sterbend rief sie aus: »Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die Lade Gottes ist weggenommen« (V. 22). Die Frau des Pinhas hat hier die geistliche Not Israels auf den Punkt gebracht: Ohne Bundeslade keine Gnade! Ohne Gnade keine Versöhnung. Ohne Versöhnung keine Freude. Ohne Freude kein Leben. Gott aber ist ein Freund des Lebens. Er hat das Leben gemacht und nicht den Tod. »Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Gott der Herr. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben« (Hes. 18,32). Silo verlor zwar seine geistliche Bedeutung, aber Gott hat sein Volk nicht verlassen. Samuel war jetzt der neue Gottesbote, dessen Herz und Leben ungeteilt auf den Herrn des Lebens ausgerichtet war. Damit bot Gott seinem Volk die Chance eines neuen Vertrauens (Ps.27,3; 32,10; 62,9; Jes.50,10; Jer.17,7; Micha 7,7).
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