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Datum: Freitag, 23.05.2003
Bibelstelle: Markus 1,2.3; Maleachi 3,1; Jesaja 40,3
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Lehre und Logik der Schrift prägen das Leben des Wegbereiters



Markus-Evangelium

1,2 Wie geschrieben steht im Propheten Jesaja: «Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bereiten soll.»

1,3 «Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!»



Maleachi

3,1 Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR Zebaoth.



Jesaja

40,3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!



Haben Sie bemerkt, dass Markus unter der einen Bemerkung »wie in dem Propheten Jesaja geschrieben steht« zwei alttestamentliche Propheten zitiert hat (Mal. 3,1; Jes. 40,3)? Es war im Judentum üblich, unter Angabe einer Quelle verschiedene Bibelworte miteinander zu verbinden; vgl. die Kombinationszitate in Matthäus 5,33; 27,9 ff. Die Sinngebung liegt auf der Hand: »Mein Bote« ist der von Gott Gesandte, hier Johannes der Täufer (V. 4ff), der die Ankunft des Sohnes Gottes (»der Herr«, V. 3) vorbereiten soll. Das geschieht zunächst in der mündlichen Verkündigung des Wortes Gottes. Darum heisst es: »Stimme eines Rufenden.« Diese Formulierung klingt etwas umständlich, ist aber bewusst gewählt, um die innere Einstellung des Täufers gegenüber dem kommenden Herrn zu kennzeichnen: Johannes ist »Stimme eines Predigers« – Jesus das Wort Gottes in Person (Joh.1, 1-3.14). Johannes zeigt die Sünden auf (V. 4) – Jesus trägt sie weg (Joh. 1,29). Johannes tauft mit Wasser (V. 4.8) – Jesus mit dem Heiligen Geist. Und wenn der Täufer sich nicht einmal für würdig genug hält, die Riemen der Sandalen Jesu aufzubinden, was damals zur Sklavenarbeit gehörte, bringt er sich selbst gleichsam zum Verschwinden. Hier spricht nicht die Minderwertigkeit. Das Gegenteil ist der Fall: vgl. Lukas 1, 5-17. Wer sich von Gott gewollt, geliebt und geführt weiss (Jes. 43, 1-4; Jer. 31, 3), wer sein Leben, auch die unfasslichen Führungen und schweren Aufgaben, immer wieder annehmen lernt, wird ein freier, zufriedener Mensch. Aus dem persönlichen lebendigen Gottvertrauen wächst gesundes Selbstvertrauen und nüchterne Selbsteinschätzung. »Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen ... « (2.Kor.15,10).







 

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