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nächsten Text: Wassertaufe und Geistestaufe vorherigen Text: Der grosse Umschwung begann in der Wüste Archiv Datum: Sonntag, 25.05.2003 Bibelstelle: Markus 1, 3-8 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Das Morgenrot der Welterlösung Markus-Evangelium 1,3 «Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!» (Maleachi 3,1; Jesaja 40,3): 1,4 Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. 1,5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Leute von Jerusalem und ließen sich von ihm taufen im Jordan und bekannten ihre Sünden. 1,6 Johannes aber trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig 1,7 und predigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich; und ich bin nicht wert, daß ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse. 1,8 Ich taufe euch mit Wasser; aber er wird euch mit dem heiligen Geist taufen. Inhalt der Verkündigung des Wegbereiters ist die Umkehr. Im Judentum gab es auch noch zur Zeit des Täufers zahlreiche und intensive Bussbewegungen. Unter den Essenern eine Art Ordensgemeinschaft, die eine Erneuerung des jüdischen Kultes und der strengen Gesetzestradition erwartete hatte sich die Damaskusgemeinschaft gebildet. Sie bezeichnete sich als »Bund der Umkehr«. Dahinter lebte die Vorstellung: Wir müssen Busse tun, damit die Heilszeit Gottes kommen kann. Wie unbiblisch diese Auffassung von Busse ist, legte die »Taufe der Umkehr« in der Täuferbewegung offen. Aus der Verkündigungspraxis des Johannes wissen wir, dass er die Umkehr zu Gott predigte, weil »das Reich Gottes nahe gekommen ist« (Matth.3, 2). Ins Bild gesetzt: Ziehe ich am Morgen den Vorhang auf, damit die Sonne scheint? Natürlich nicht. Ich ziehe den Vorhang auf, weil die Sonne scheint. Johannes der Täufer hatte verstanden: Das Kommen Jesu ist mit dem neuen Anbruch des Tages zu vergleichen. Mit Jesus ist »die Sonne der Gerechtigkeit« (Mal. 3, 20) aufgegangen. Nun begrüsst uns Gottes Güte und Freundlichkeit, sein helles und warmes Licht, das uns mitnimmt ins Tageslicht der Liebe Gottes. Wenn der Herr mich so liebevoll begrüsst, dann kann ich getrost den Vorhang aufziehen und die Dunkelheit aus meinem Lebenshaus verbannen. Das wird konkret, wenn ich meine Verkehrtheiten und Sünden vor Gott ausspreche, wenn ich seine Vergebung annehme und eine andere Richtung als bisher einschlage. Biblisch verstandene Umkehr ist ein »Überwundenwerden durch Gottes hervorstrahlende Gnade« (A. Pohl), die heilend und korrigierend meine Lebenswirklichkeit umschliesst und durchwirkt (Luk.15,20-24; Tit.3, 3-7). Johannes predigte »die Taufe der Busse zur Vergebung der Sünden«, und unzählige Menschen, voller Sehnsucht nach dem Heil Gottes, strömten in der Jordansenke zusammen. Der genaue Standort des Johannes lässt sich nicht bestimmen. Wichtiger als eine geographische Standortbestimmung ist die Tatsache, dass die Predigt des Propheten durch zeichenhaftes Handeln begleitet wurde. Die Busswilligen liessen sich taufen. So sehr die Johannestaufe ihren eigenen Charakter hat, so deutlich wird aber auch, dass nicht die Taufhandlung an sich heilbringende Funktion hat. Untrennbar mit ihr verbunden waren Busspredigt und das klare Sündenbekenntnis des Menschen. Damit hat die Taufe des Johannes eine gewisse Grenze erreicht. Sie ist Busstaufe, die ganz im Dienst der Vorbereitung auf Christus steht. Leben und Wirken des Johannes zielt auf die Mitte des Heils, auf den einzigartigen Geisttäufer. Gewiss, schon im Alten Testament hatte Gott auf die Busse des Menschen mit wirklicher Vergebung geantwortet (Ps. 32,5; 103,3; Jes. 44,22). Aber sie war noch »Vorschuss-Zahlung« im Blick auf die endgültig erbrachte »Vollzahlung« im Erlösungswerk Jesu Christi. (Vgl. Jes.53,4.5.10-12 mit Mark. 10,45; Luk. 23,34 und 1. Petr. 1,18.19) Nun aber ist der Messias da, und alle Welt (Mark.1,5) wird eingeladen, sich auf die Begegnung mit ihm vorzubereiten. Später wird es für den Menschen, der sein altes, verkehrtes Leben aufgibt und sich Christus zuwendet, wichtig werden, sich »auf den Namen des Herrn Jesus taufen« zu lassen (Apg. 2,38; 19,1-5). Für uns heute gilt der Auftrag, den der auferstandene Herr selbst seinen Jüngern eingeprägt hat: Matthäus 28,18-20; Markus 16,15.16. So unterschiedlich sich die Taufdiskussion auch darstellen mag, ausschlaggebend ist die persönliche Herzenshaltung und der Gehorsam Jesus gegenüber. (Vgl. Apg. 16,30-34; Eph.1,3.7.13.)
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