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Datum: Mittwoch, 17.09.2003
Bibelstelle: Jakobus 1,9
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Die Neubewertung des Niedrigen



Jakobusbrief

1,9 Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe.



Auch in der Christengemeinde gab und gibt es Arme und Reiche. Nach damaliger Gesellschaftsnorm waren die Begüterten die geachteten und geehrten Menschen. Sie besaßen viel Macht. Dagegen hatten die Besitzlosen nichts zu melden. Sie taugten zu nichts und waren der Abschaum der Gesellschaft. Wenn Menschen, Arme und Reiche, Christen geworden sind, werden die Lebensverhältnisse dadurch nicht einfach anders.



Wie bewältigt die christliche Gemeinde diese krassen Unterschiede? Jakobus zeigt die neue Wertung des Menschen durch das Evangelium.



Jakobus beginnt mit einer sachlichen Feststellung: »Der Bruder, der niedrig ist.« Es geht zunächst darum, zur jeweiligen »Niedrigkeit« zu stehen: zu einer »alltäglichen« Begabung und »kleinen« Ausbildung, zu einem geringen Einkommen und kleinen Besitz, zu einer einfachen Berufsstellung, zu einer schmerzlichen Behinderung oder Schwachheit. Dann aber »rühme sich der Niedrige seiner Hoheit«! Er denke an seinen Herrn, an Jesus Christus, der »arm geworden ist« um unsertwillen, damit wir »durch seine Armut reich würden« (2. Kor. 8,9). Dieser Herr hat ein Herz für die kleinen Leute. Er nimmt sich ihrer an und nimmt sie in die Familie Gottes auf. Durch Jesus ist der »arme Schlucker« Gottes Kind und »Miterbe Christi« geworden. Alles, was Christus ist und hat, teilt dieser Herr mit ihm (Röm. 8,17.18; Kol.3,4). Wenn das nicht Grund genug zu Dank und Lob und Anbetung ist! Dieser Ruhm, diese Dankbarkeit rettet den Niedrigen aus dem Vergleichsdenken und bewahrt ihn vor Verkrampfung, Neid, Bitterkeit und Selbstverachtung. Dazu Matthäus 11,25-30; Lukas 1, 46-55; vgl. 1.Samuel 1,20; 2, 1-10.





 

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