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Datum: Donnerstag, 18.09.2003
Bibelstelle: Jakobus 1, 9-11
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Die Neubewertung des Reichen



Jakobusbrief

1,9 Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe;

1,10 wer aber reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen.

1,11 Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze, und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab, und ihre schöne Gestalt verdirbt: so wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt.



Jakobus empfiehlt dem reichen Bruder in der christlichen Gemeinde: »Er rühme sich seiner Niedrigkeit.« Es geht nicht um das Abwerten oder gar Einebnen von Begabung, Bildung, Wohlstand, Einfluss und Macht. Es geht aber um die richtige, die biblische Geisteshaltung des Menschen zu allem Reichtum. Jakobus erinnert seine Leser an Jesaja 40,6.7 und damit an die absolute Vergänglichkeit irdischer Güter, Werte und Gaben. Abgesehen von den unzähligen Sorgen des Reichen können Wirtschaftskrisen, Fehlspekulationen, Kriege, Krankheit, Unfall, Alter, Tod in einem Augenblick alle Lebensfreuden vernichten, wie der glutheiße Südostwind, der aus der Wüste über Palästina hereinbrach, in einer einzigen Stunde die ganze Vegetation vernichten konnte. Dies sieht Jakobus als Anlass, froh zu sein: »Der Reiche rühme sich seiner Niedrigkeit!« Gemeint ist:



a. Vor Gott sind wir alle armselige Habenichtse und überreich Beschenkte. Diese Tatsache soll uns nüchtern und dankbar machen.

b. Alle Gaben Gottes sind anvertraute Gaben. Die Gaben stellen in die Aufgaben. Es geht um einen ehrlichen und treuen Umgang mit dem Anvertrauten. (Vgl. Matth. 25,14 ff.)

c. Der Geber will immer größer geachtet sein als die Gaben. Gott duldet keine Zweitgötter neben sich: 2.Mose 20, 1-6; Lukas 18,18ff. Folglich geht es um die gute Einübung: Habe, als hättest du nicht (1. Kor. 7,29-31)! Aus der Liebesbeziehung zum Geber aller guten Gaben wächst die dienende Liebesbeziehung zum Nächsten: Matthäus 22,37-40. Diese Liebe fragt nicht, was der andere

bringt, sondern was er braucht und ihm Freude bereitet.



 

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