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Datum: Freitag, 30.04.2004
Bibelstelle: Jakobus 5,1-6
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Christen verlassen sich nicht auf irdischen Reichtum I



Jakobusbrief

5,1 Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird!

5,2 Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen.

5,3 Euer Gold und Silber ist verrostet und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in diesen letzten Tagen!

5,4 Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.

5,5 Ihr habt geschlemmt auf Erden und geprasst und eure Herzen gemästet am Schlachttag.

5,6 Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.



Im Schlussteil des vierten Kapitels des Jakobusbriefes ging es um Christen, die sich eifrig um ihren Lebensunterhalt mühen. Jetzt werden die angesprochen, die im Überfluss nahezu schwimmen. Dabei prangert Jakobus nicht den Reichtum an sich an; Abraham zum Beispiel war »sehr reich« (1. Mose 13,2; 24,1.35; vgl. auch die Auslegung zu Jak. 2,5-7). Jakobus verfolgt mit seiner Warnung vor Vertrauen auf irdische Güter zwei Ziele. Zum einen weist er auf den Wertezerfall irdischer Schätze hin, zum anderen warnt er vor dem lieblosen Umgang mit Besitz und Wohlstand. Im Orient gab es drei Quellen des Reichtums, deren Verfall Jakobus mit drei Worten beschreibt: verfault, zerfressen, verrostet.

• Die reichen Lebensmittelvorräte, die gehortet werden, können verfaulen. Es kam vor, dass man lieber auf den Vorräten sitzen blieb, als sie den Bedürftigen zuzuwenden. Die Bibel weist nachdrücklich auf eine greifbare Sozialhilfe hin. (Lies 5. Mose 15,11; Ps. 41,1; Spr. 19,17; Matth. 5,42; 25,37-40; Gal. 6,9.10.) Gottes Wort warnt unermüdlich vor rücksichtsloser und hinterhältiger Ausbeutung des Geringen und Armen (vgl. Amos 3,10; 5,11; 8,4-10; Jes. 5,8).

• Da es im Orient überwiegend um den Besitz von Sachwerten ging, galt auch die Kleidung als Statussymbol der Reichen (1. Mose 45,22; Jos. 7,21; Luk. 16,19). Kostbare Kleider hatte der Reiche in solcher Menge, dass nur ein kleiner Teil vor dem Mottenfraß geschützt werden konnte.

• Was an Gold- und Silberstücken gesammelt und ungenutzt aufbewahrt wurde, musste »verrosten«; es beschlägt, wird matt und hässlich. Jakobus zieht die Konsequenz: Aller egoistisch genutzte Besitz klagt den Reichen an und zerstört letztlich sein ganzes Leben (Luk. 6,24; 16,19-26). – Ob ich arm oder reich bin, dazu möchte ich den biblischen Rat neu überdenken: »Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott« (Hebr. 13,16).





 

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