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Datum: Sonntag, 02.05.2004
Bibelstelle: Jakobus 5,4-6
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Christen verlassen sich nicht auf irdischen Reichtum III



Jakobusbrief

5,4 Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.

5,5 Ihr habt geschlemmt auf Erden und geprasst und eure Herzen gemästet am Schlachttag.

5,6 Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.



Die Hilfe unseres mächtigen Gottes, der das Schreien seiner bedrängten Leute ernst nimmt, darf nicht zum Ruhekissen für Christenmenschen werden. Es geht darum, unserem Nächsten nichts schuldig zu bleiben, »ob wir nun Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sind. Auch ganze Berufsstände sollen erhalten, was ihnen zusteht, denn ›jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert‹. Zum ›Lohn‹ gehört auch die menschenwürdige Wohnung und dass einer die nötige Anerkennung findet und nicht zum Menschen zweiter Klasse degradiert wird« (F. Grünzweig).



Die zweite Schadstelle spricht offen von schädlicher Genusssucht. Bemerkenswert ist, dass der Ausdruck »schwelgen« in der biblischen Ursprache auf eine Wortwurzel zurückgeht, die zusammenbrechen bedeutet. Ein genusssüchtiger Lebensstil zersetzt also das sittliche Wesen des Menschen und ruiniert sein seelisches wie körperliches Leben. Ein englischer Ausleger bemerkt: »Reiche Egoisten werden verworfen, weil sie ihren Besitz ausschließlich dazu verwenden, ihren eigenen Begierden nachzugeben und alle Pflichten gegen ihre Mitmenschen vergessen. So mästen sie sich selbst für den Tag des Gerichts. Ihr Wohlleben wird mit Kummer enden und mit dem Tode. Egoismus führt stets zum Tod der Seele.«



Die dritte Schadstelle weist hin auf den ermordeten »Gerechten«. Ein Vergleich mit Apostelgeschichte 3,14; 7,52 und 1. Petrus 3,18 zeigt, dass Jakobus die brutale Beseitigung des gerechten Sohnes Gottes anspricht, der »seinen Mund nicht auftat« (Jes. 53,7) und willig litt. Doch gerade die stille Gewalt der Liebe des leidenden Jesus errang in tiefster Not den größten Sieg. In dieser Spur können auch die Jesusleute hinwegkommen über tiefe Traurigkeiten und schweren Mangel. Mit welcher Zusage Gottes will ich heute besonders rechnen: Römer 8,35-39; Psalm 40,18; 107,5-9; Jesaja 38,17 ?







 

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