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Archiv



Datum: Dienstag, 04.05.2004
Bibelstelle: Jakobus 5,7-9
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Christen warten auf das Kommen des HERRN II



Jakobusbrief

5,7 So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.

5,8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

5,9 Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür.



Die Orientierung des Lebens an Jesus ist ein starker Schutz vor einer Infektion der Christengemeinschaft durch den Jammervirus. »Macht euch mit eurer Ungeduld nicht das Leben schwer.« Verzichtet darauf, einander zu beschuldigen und zu verklagen, »damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür« (Mark. 13,29; Matth. 24,33; vgl. Matth. 7,1; Jak. 4,11). Wer stur auf sein Recht pocht und nicht bereit wird zur Vergebung von ganzem Herzen, hat Gott als verurteilenden Richter gegen sich. Was kann und wird den Christen vor Klage- und Kritiksucht, Engstirnigkeit, Ungeduld und Bitterkeit bewahren? Jakobus rät: Lebt im wachen Bewusstsein der nahen Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Jesus kommt wieder! »Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ... Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin« (Joh. 14,1-3).



Das Neue Testament kennt drei Begriffe für die Wiederkunft von Jesus.

1. Besonders häufig wird das Wort »parousia« gebraucht; zum Beispiel in 1. Korinther 15,23; 1. Thessalonicher 4,15; 5,23; 1. Johannes 2,28; 2. Petrus 1,16; 3,4. Wenn Könige oder Statthalter durch ihr Land oder ihre Provinz reisten, sprach man bei diesem feierlichen Staatsbesuch von Parusie. Bei der Wiederkunft von Jesus wird er als »König aller Könige« erscheinen. Dann bekommt er alle Ehre und Anbetung. Im Wissen um die königliche Ankunft des Herrn dürfen wir ihn schon jetzt, mitten in den Überraschungen des Alltags und in den großen Auseinandersetzungen, ehren und anbeten. Viel Freude, Mut und Gelassenheit strahlen die Anbeter Gottes aus. Suchen wir außer Lukas 1,38.46-55 und Matthäus 2,9-12 noch andere biblische Hinweise!

2. Auch der Ausdruck »epiphaneia«, verdeutscht als Epiphanie, wird für die Wiederkunft von Jesus gebraucht: Wir lesen dazu Titus 2,13; 2. Timotheus 4,1; 2. Thessalonicher 2,8. Wenn der Kaiser in Rom den Thron bestieg, sprach man in der griechischen Welt von Epiphanie. Bei der Wiederkunft des Herrn Jesus Christus erscheint Gott für die Seinen, um nach Besiegung aller Feindmächte den Herrscherthron für immer einzunehmen. Wer schon jetzt als Christ mit dem Kommen des Siegers rechnet, wird ihm auch in Stunden starker Herausforderungen vertrauen. Er wird es lernen, die »Schmutzkleidung der Sünde« abzulegen, aber die »Kleider des Heils« anzuziehen und in ihnen zu leben. Kolosser 3,8-10.12-14 enthält wertvolle Hinweise. Unsere Umwelt soll sehen, dass Christen in der Spur des Gewinners laufen.

3. Die griechische Umgangssprache gebrauchte noch das Wort »apokalypsis«, das so viel wie Enthüllung, Bloßlegung bedeutet. Dieser Begriff wird in 1. Petrus 1,7.13 gebraucht und meint die Enthüllung der einzigartigen, unübertroffenen Machtherrlichkeit Gottes: »Umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.«



Wer als Jünger von Jesus an seinen herrlichen Herrn denkt, hat allen Grund, sich schon jetzt zu freuen. Der wiederkommende Christus lässt seine Leute nicht im Chaos sitzen. Er holt sie ab und holt sie heraus aus jedem Kummerloch und jeder Tränenecke. Dann ist Hochzeitsfreude! Dann wird gefeiert werden! Zum Weinen, wer nicht dabei sein wird, weil er sich nicht einladen und mitnehmen ließ. Doch noch hat Gott Geduld. Noch ruft er. Noch lädt er ein. Noch darf ich kommen und mich ihm anvertrauen: 2. Petrus 3,9.







 

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