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Archiv



Datum: Samstag, 08.05.2004
Bibelstelle: Jakobus 5,11; Hiob 1,20-22; 2,10
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Gute Vorbilder III – die Geduld Hiobs



Jakobusbrief

5,11 Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.



Hiob

1,20 Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief

1,21 und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! -

1,22 In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.

2,10 Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die törichten Frauen reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? In diesem allen versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.



Fluchen oder beten, Gott absagen oder Gott die Treue halten? Diese Frage brannte in den Wunden Hiobs. Das erstaunliche Bekenntnis des Angefochtenen und seine standhafte Treue zu Gott hinterfragen uns bis auf die Wurzel! Wer kann so glaubwürdig durchhalten?! Konnte Hiob es? Wer seine Geschichte nachliest, bemerkt, dass es eines Tages auch in seinem Herzen schwarze Nacht wurde. Hiob nahm heftig übel. Radikal stellte er die frommen »Trostsprüche« seiner Freunde in Frage (Kap. 11,13-18; 15,11-13; 22,21-30). Verzweifelt und leidenschaftlich klagt der Geschundene an: zum Beispiel Kapitel 10,1-7; 16,1-5.16-22; 27,1-6. Dunkler kann es in einem Menschenleben nicht mehr werden.



Doch Gottes Lichtstrahlen kommen auch in die dickste Finsternis. Gott in seinem Erbarmen lässt Hiob nicht fallen (Ps. 18,29). Auf dem Tiefstand der allertiefsten Tiefe begegnet Hiob Gott in seiner überwältigenden Majestät und Schöpferherrlichkeit (Kap. 38; 39). Im Licht Gottes macht Hiob eine große Entdeckung. Früher dachte er: »Gott wird meine Rechtschaffenheit erkennen« (31,6). Jetzt weiß er: Ich bin Gott auch mit meiner besten Frömmigkeit nicht recht. »Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße« (lies Hiob 42,1-6). Das ist der leuchtende Wendepunkt, wenn der Fromme sich als armer Sünder erkennt und als Sünder sich Gottes Gerechtigkeit schenken lässt und neu aus der Gnade Gottes leben lernt. »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt«, das bleibt Hiobs Bekenntnis (19,25-27). Aber sein Leben hat hellere Leuchtkraft gewonnen – im Leiden gereinigte Leuchtkraft.



»Hilf mir, Herr, die Verworrenheit der Dinge durch die Klarheit des Glaubens zu lichten. Und was schwer auf mir lastet, durch die Kraft des Vertrauens zu verwandeln. Dass ich von dir geliebt bin, ist Antwort auf jede Frage. Gib, dass mich diese Antwort sicher macht, wenn das Weitergehen schwer fällt« (R. Guardini).





 

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