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Datum: Montag, 10.05.2004
Bibelstelle: Jakobus 5,12; Matthäus 5,34
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wo es ehrlich zugeht, bedarf es keiner Eide I



Jakobusbrief

5,12 Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.



Matthäus-Evangelium

534 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron ...



Wie wichtig es für Christen ist, bis zur Wiederkunft von Jesus nicht aus der Haltung der Demut und Geduld auszubrechen, konkretisiert Jakobus am Beispiel des Schwörens. »Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht!« Während in alttestamentlicher Zeit die Schwurpraxis bei besonderen Anlässen erlaubt war (3.Mose 19,12; 1.Mose 24,2.3; 50,25; Jos.2,12), lehnte Jesus das Schwören grundsätzlich ab (Matth. 5,34); und Jakobus beruft sich auf das Jesuswort. Warum? In der Antike hatten sich zwei üble Praktiken durchgesetzt. Zum einen wurden ungewöhnlich viele Eide abgelegt. Wird aber bei jeder Gelegenheit geschworen, muss auf ein rapides Anwachsen von Misstrauen, Falschheit, Schwindelei und Betrug geschlossen werden. Wo es ehrlich zugeht, bedarf es keiner Eide. Christenmenschen sind befreit vom »Vater der Lüge« und gebunden an Jesus, die Wahrheit in Person (Joh. 8,34-36; 14,6). Zum anderen teilte man besonders im Judentum die Schwurpraxis ein in den verbindlichen und den unverbindlichen Eid. Alle Eide, bei denen der Name Gottes ausgesprochen wurde, galten als bindend. Da aber bei Namensnennung Gottes dieser als aktiver Partner der Abmachung eintrat, versuchte man, den Namen Gottes zu umgehen und andere Begriffe, zum Beispiel »Himmel« oder »Erde« einzusetzen. Wie unsinnig derartige Tricks sind, belegt das Jesuswort in Matthäus 5,34-36.



Gott lässt sich nicht hinters Licht führen, welche theologisch richtigen Begriffe auch immer gebraucht werden: Ob jemand beim »Himmel« schwört, ob bei der »Erde« oder bei »Jerusalem«, immer bekommt es der Mensch mit Gott zu tun. »Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen« (2. Mose 20,7). Für einen Christen ist es selbstverständlich, dass er immer die Wahrheit sagt. »Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel« (Matth. 5, 37). Wie halten wir’s mit der Eindeutigkeit und Klarheit unserer Worte?







 

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