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Datum: Donnerstag, 27.05.2004
Bibelstelle: Markus 4,35-41; Psalm 46,2-4
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Jesus kann unsere tiefsten Ängste zum Schweigen bringen



Markus-Evangelium

4,35 Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren.

4,36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.

4,37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde.

4,38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

4,39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille.

4,40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

4,41 Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!



Psalter

46,2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.

46,3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,

46,4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.



Der See Genezareth war bekannt für seine raschen Wetterumschwünge. Wie aus dem Nichts konnte sich ein Orkan mit unglaublicher Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche herabstürzen. Seeleute fanden sich unerwartet in einem wild daherbrausenden Wirbelsturm wieder. Genau diese Erfahrung machten die Jünger von Jesus an jenem Tag. Von einer Minute zur anderen befanden sie sich in Lebensgefahr.



Wer kennt ähnliche Situationen nicht aus eigener Erfahrung: dass »Wellenberge« sich türmen und wir den Eindruck haben, dass uns »das Wasser bis zum Hals steht«? Manchmal scheint es, als würde Gott zu unserer Situation schweigen. Die Jünger im Seesturm sind von panischer Angst ergriffen. Sie verstehen nicht, wie Jesus es fertig bringt, in dieser brenzligen Lage seelenruhig zu schlafen. Ist es ihm gleichgültig, was mit seinen Leuten passiert? In einem Lied heißt es: »Du hast keine Hoffnung mehr, und die Last ist dir zu schwer, wenn kalter Wind von vorne weht . . . Hilfe ist unterwegs« (J. Böttcher) (vgl. Ps. 121).



Niemals lässt Jesus den im Stich, der ihm vertraut: »Ich will dich nicht versäumen noch verlassen« (Hebr. 13,5). Zur rechten Zeit greift er ein (lies Ps. 37,5-7a). Zwei Befehle von Jesus genügen, und alles ist still. Wind und Meer kommen auf wundersame Weise zur Ruhe. Furcht – der griechische Text spricht von »großer« Furcht – kehrt unter den Jüngern ein. Noch können sie nicht begreifen, was geschehen ist. Sie fassen das für sie Unfassbare in Worte: »Wer ist der, dass ihm Wind und Wellen gehorchen?« – Das kann nur einer, sich Wind und Wellen untertan machen: Gott selbst (Ps.93,4). »Wenn er spricht so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da« (Ps. 33,9). Gott kann auch unsere quälenden Fragen und Zweifel, unsere tiefsten Ängste und alles, was uns auf irgendeine Weise bedroht, zum Schweigen bringen. (Lies Ps. 55,2.3.19.23; 66,8-12.)





 

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