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Datum: Freitag, 28.05.2004
Bibelstelle: Johannes 5,1-7; Psalm 106,4
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Jesu Liebe macht vor keinem menschlichem Elend Halt I



Johannes-Evangelium

5,1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.

5,2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen;

5,3-4 in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.

5,5 Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank.

5,6 Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?

5,7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.



Psalter

106,4 HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe.



38 Jahre krank, 38 Jahre bewegungsunfähig, 38 Jahre einsam – für den Betroffenen ein nicht endender Kreislauf von »Hoffnung – Enttäuschung« in scheinbar auswegloser Situation. Wie kann ein Mensch das aushalten: ständig konfrontiert zu sein mit der eigenen Schwachheit, mit Schmerzen aller Art, mit Niederlagen und Versagen im Vergleich zu anderen, zu denen, die gesund sind, oder seinen Leidensgenossen, die es schließlich doch schaffen, in das heilende Wasser des Teichs zu gelangen? Der von Krankheit Gezeichnete und in der Menschenmasse unbeachtet Gebliebene hatte die Hoffnung auf eine Veränderung bereits aufgegeben. Was hatte einer wie er noch vom Leben zu erwarten?



Doch »hoffnungslose Fälle« gibt es für Gott nicht. Seine Wertschätzung und helfende Liebe jedem Einzelnen gegenüber macht vor keinem noch so großen menschlichen Elend Halt. Aller menschlichen Beurteilung der Lage setzt Gott entgegen: »Du bist wert geachtet in meinen Augen, und ich habe dich lieb« (Jes. 43,4), und »Ich habe dich je und je geliebt, ich habe dich zu mir gezogen aus lauter Güte« (Jer. 31,3).



Jesus kommt mitten hinein in die Welt des Lahmen. Er sieht den Kranken in seiner Not am Teich Betesda liegen, schaut ihn voller Mitgefühl an und wendet sich ihm liebevoll zu (1. Mose 16,13a). Aus dem Kranken bricht seine tiefe Not heraus: Endlich kann er von seinem Elend und seiner Einsamkeit, von seiner Hoffnungslosigkeit und Verzagtheit sprechen. Da ist einer, der ihm zuhört und der ihn versteht. Ihm kann er sein Herz ausschütten. Dieser Eine kann helfen, dem Leben wieder Sinn schenken (Mt. 12,20; Ps. 6,10; 9,19; 10,14a; vgl. 2. Mose 3,7.8; 2. Kö. 13,4.5).





 

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