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nächsten Text: An Christus scheiden sich die Geister I vorherigen Text: Aus tiefer Not schrei ich zu Dir Archiv Datum: Dienstag, 07.09.2004 Bibelstelle: Eph. 4,17 ff Autor: Hellmut Hentschel (Hellmut@cgstm.de) Organisation: Christliche Gemeinschaft Altlandsberg (http://www.cgstm.de) Thema: Nicht mehr wie Heiden leben Ephesus war eine Stadt in Kleinasien, in der es damals eine große christliche Gemeinde gab. Heute leben dort kaum noch Christen, höchstens laufen mal ein paar Touristen aus Europa durch, um die Ruinen von Ephesus zu sehen. Ephesus heißt heute Kuschadasi und ist türkisch. Unweit von Kuschadasi liegt Izmir. Wir wollen heute das 4. Kapitel ab Vers 17 betrachten. Paulus schreibt hier über den alten und den neuen Menschen. Darüber haben wir in den letzten Wochen und Monaten hier schon viel gehört, deswegen möchte ich nicht erneut darauf eingehen. Für diejenigen aber, die manche Gottesdienste ausgelassen haben, möchte ich kurz erklären, dass es sich um den ungläubigen oder um den Menschen handelt, der nur dem Namen nach ein Christ ist, wenn die Bibel vom alten Menschen spricht. Der neue Mensch ist der Mensch, der mit Jesus lebt und dem Jesus konkurrenzlos wichtig geworden ist in seinem Leben. Das ist wohl das Schlüsselwort für jeden Gläubigen und für jeden Menschen, der an der Schwelle zum lebendigen Glauben an Jesus steht: Ist Jesus wirklich konkurrenzlos wichtig in meinem Leben? Ich denke, in der Theorie haben wir da ein glattes JA dazu. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ist Dir Jesus konkurrenzlos wichtig? Ja!? Ist Jesus die Nummer 1 in Deinem Leben? Ja!? Ist Jesus immer und überall 100%ig die Nummer 1 in Deinem Leben? Na-ja...!? Offen gestanden, mir ist es manchmal fast so, als wenn ich ein Doppelleben führe. Wenn ich zum Beispiel auf einer Missionsreise bin, ist es überhaupt nicht schwer, Gott die Nummer 1 in seinem Leben sein zu lassen. Man ist ständig mit Christen zusammen, mit denen man die selbe Aufgabe und die selbe Last teilt. Der Tag ist gut ausgefüllt mit Reisen, mit Gesprächen, mit Kennenlernen, mit Seminaren. Wenn ich auf einer Missionsreise bin, hat mein Tag oft 20 Stunden, und nach den 4 Stunden Schlaf bin ich erquickt und es geht die nächsten 20 Stunden so weiter, und so weiter und so weiter. Die Aufgabe für den HERRN und die Nähe zum HERRN zieht einen. Mir geht es jedenfalls so, wenn ich für Gott unterwegs bin. Da setze ich mich ganz beruhigt in alte Flugzeuge, da gehe ich auf Menschen zu, mit denen ich hier zu Hause ganz bestimmt meine Freizeit nicht verbringen wollte. Da wir oft in missionarische Situationen kommen dazu dient ja auch so eine Reise, nicht wahr? und weil ich oft die Sprache nicht beherrsche, die gerade gesprochen wird, ist so eine Reise auch eine Gebetsreise. Und ich freue mich immer auf solche Reisen, weil man da meistens wirklich guter Dinge wieder heim kommt. Man bekommt Kraft und denkt, dass man Bäume roden kann. Einfach nur, weil es eine Reise mit dem HERRN ist. Aber wenn man dann die letzten Kilometer vor Berlin ist auf dem Rückweg dann kommen seltsame Beklemmungen. Natürlich freue ich mich auf meine Familie, auf meine Frau und die Kinder. Auf die Menschen in der Gemeinde. Aber dann ist da noch dieses andere Gefühl: Morgen ist wieder Dienst in meiner normalen Arbeitsstelle, wo ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Morgen ist wieder dies und das zu tun. Und richtig. Das, was auf der Reise noch spielend geklappt hat: Das extra frühe Aufstehen, um noch zu beten, in der Bibel zu lesen und den ganzen Tag zusammen mit dem HERRN, das geht jetzt in der Hektik des normalen Arbeitstages unter. Natürlich schafft man es meist irgendwie, doch noch irgendwann am Tag oder am Abend mal in die Bibel hinein zu schauen, aber es ist nicht mehr dasselbe wie auf der Reise. Alles, was auf einer Missionsreise normal ist, wird im normalen Leben ganz anders. Wie oft beten wir auf so einer Reise um die richtige Entscheidung, um den richtigen Weg, um das richtige Wort. Im normalen Leben verlassen wir uns dann darauf, dass der Heilige Geist schon durch uns wirken wird, wie ER es möchte. Und die Abende sind dann auch nicht mehr dieselben, wie noch auf der Reise. Auf der Missionsreise ging man müde, erschöpft, aber glücklich zu Bett, schnell einschlafend, damit man am nächsten Tag wieder viel leisten konnte. Und im normalen Leben ist man abends höchstens erschlagen, aber immer noch hungrig nach Erlebnissen unbefriedigt vom Tag, möglicherweise. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Ich weiss nicht, ob Sie zufrieden sind mit Ihrem Leben MIT Gott. Und ob Gott zufrieden ist mit Ihnen. Ich weiss nur, dass die meisten Christen ein ähnliches Problem wie das haben, das ich eben angesprochen habe. Und dass dieses Problem kein Auswuchs unserer Informations- und Konsumgesellschaft ist. Denn Paulus macht sich ja den Ephesern gegenüber haargenau über die gleiche Sache Sorgen. Denn Paulus schreibt hier: Epheserbrief 4,17 So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Da gab es also offenbar unter den Christen in Ephesus (und Christen sind hier gemeint Paulus schrieb ja an die Heiligen von Ephesus) Menschen, deren Leben sich von dem Leben der Leute draußen offenbar gar nicht unterschied. Obwohl sie wiedergeborene Christen waren, obwohl sie versprochen hatten, ihr Herz von Jesus erneuern lassen zu wollen, waren sie noch genauso gefangen in den Stricken der Welt wie früher. Ich glaube, dass die Tatsache, dass sich das Leben vieler Christen nicht von einem Leben der Heiden unterscheidet, auch Schuld daran ist, dass wir zurzeit mit ansehen müssen, wie in unserem christlichen Abendland langsam die Sonne untergeht. Ich las neulich das Zeugnis eines gewissen Ali (Name geändert), einem fundamentalem Muslim, der zum lebendigen Glauben an Jesus gekommen war. Er hatte bereits auf einer Liste von Leuten gestanden, die dafür auserwählt worden waren, für Allah sich selbst in den Tod zu geben. Er hatte großen Hass auf die USA und die westliche Welt und vor Israel gehabt. Ali kommt aus einer frommen muslimischen Familie eines arabischen Landes. Sein Großvater war Mullah gewesen. Ali betete jeden Tag fünfmal in Richtung Mekka, wie es für fromme Muslime vorgeschrieben ist. Die Feiern von Mohammeds Geburts- und Todestag und andere Islamfeste, das Auswendiglernen von Suren des Korans hatten Alis Kindheit geprägt. Seine Familie wanderte nach Deutschland aus, als er noch Grundschüler war. Westeuropa erzeugte für die Familie von Ali und für ihn selbst einen Kulturschock. Die sommerliche Kleidung vieler Frauen tiefer Ausschnitt und teilweise unbedeckter Bauch sind für jeden frommen Muslim der Inbegriff von Gottlosigkeit und Verkommenheit. Auf den Klassenfahrten machte Ali Bekanntschaft mit Alkoholexzessen, Prahlereien mit Bettgeschichten und anderen Dingen, die in Deutschland offenbar normal sind. Ali wurde jeden Tag ein bisschen mehr davon überzeugt, dass der Islam dem Christentum moralisch hundertfach überlegen ist. Ali sah die Weltereignisse immer mehr durch die palästinensche Brille. Flugzeugentführungen und Selbstmordattentate faszinieren ihn. Gegenschläge der Israeliten steigern seine Wut. Er beschließt, sich selbst für die seiner Ansicht nach gerechten Sache, den Kampf des Islam gegen die westliche Welt, einsetzen zu wollen. Sprengstoffe faszinieren ihn, aber auch Gifte. Er beginnt eine Ausbildung zum Chemisch-Technischen Angestellten, damit er noch tiefere Kenntnisse über seine spätere Aufgabe erwerben kann. Aber Ali macht noch eine andere Erfahrung, die ihn fasziniert. In seiner Schule hat er eine Begegnung mit einem Christen. Und er erfährt, dass der Freund dieses Schulkameraden gerade von seinen Eltern rausgeworfen wurde, weil er Christ geworden war und nur noch nach der Bibel leben will. Ali denkt sich: Wie stark muss der Glaube dieses Jungen sein, wenn er lieber mit seinem Gott leben will, anstatt die Bequemlichkeit des Wohnens bei seinen Eltern vorzuziehen? Er lernt diesen Jungen schließlich kennen und dieser junge Mann lädt Ali in einen Kreis in die Gemeinde ein. Ali zögert. Er als Muslim kann doch nicht in eine christliche Gemeinde gehen. Da sind doch die Feinde Gottes, die er eigentlich bekämpfen soll ! Aber das Zeugnis dieses Jungen fasziniert ihn zu stark. Er geht in diesen Kreis. Und hier findet er ehemalige Zuhälter, ehemalige Prostituierte, ehemalige Drogenhändler und ehemalige Rocker alles verkrachte Existenzen, die eine neue Perspektive für ihr Leben von Jesus bekommen haben. Ali sagt in seinem Zeugnis: Die dramatisch positiven Lebensveränderungen dieser Menschen haben mich mehr als alles andere von der Wahrheit des Christentums überzeugt. Ali ist was seine früheren terroristischen Ziele angeht hoffentlich ein Einzelfall. KEIN Einzelfall ist er aber, wenn es darum geht, dass er Christen genau beobachtet. Wir lebten früher in der Zillesiedlung in Berlin, eine Siedlung extra erbaut für kinderreiche Familien. Da es nicht viele deutsche kinderreiche Familien gibt, lebten wir in unserem Mehrfamilienhaus auch zusammen mit Türken, Griechen, Italienern und Vietnamesen. Ich muss sagen, dass wir eine sehr nette Hausgemeinschaft hatten, viel netter als die Nachbarschaft der Deutschen, die wir jetzt genießen, wo wir im Osten Deutschlands wohnen. Wenn es Altjahresabend war, dann flippten die Deutschen in unserem Haus regelmäßig aus. Im Treppenhaus und vor dem Haus lagen die Überreste der Sylvesterraketen oftmals kniehoch und das ganze Haus roch nach Schwefel. Ich mußte einen Neujahrsmorgen zum Dienst. Einer der Türken begegnete mir. Frohes neues Jahr, sagte Herr Mollaoglu zu mir. Ebenso. Ein frohes Neues Jahr auch Ihnen, erwiderte ich. Ich sietze ihn und er dutzte mich. So war es immer. Mollaoglu kam sofort zur Sache: Ihr habt heute Nacht nicht geknallt, hatte er festgestellt. Nein, sagte ich. Wir glauben nicht daran, dass durch die Knallerei böse Geister vertrieben werden. Und wir glauben auch nicht daran, dass man besonders viel Glück hat, wenn man zu Sylvester knallt. Wir glauben nur, dass die Knallerei gefährlich, gesundheitsschädlich und überdies auch ziemlich teuer ist. Ich weiss schon, warum Ihr nicht knallt, sagte Mollaoglu. Weil Ihr Christen seid. Ich sagte: Keine Ahnung, ob nicht auch Christen zu Sylvester etwas knallen lassen. Und Mollaoglu meinte: Vielleicht seid Ihr bessere Christen als die anderen. Und er fügte hinzu: Muslime knallen ebenfalls nicht. Jedenfalls nicht die Muslime, die es ernst meinen mit Allah. Du warst also heute Nacht auch nicht dabei?, fragte ich ihn. Er nickte. Und stellte sofort die zweite Frage: Und Ihr habt auch keinen Weihnachtsbaum. Warum eigentlich? Wir wohnten damals Parterre und jedermann konnte in unsere Wohnung hinein schauen. Unser türkischer Nachbar hatte es offenbar auch getan und vergebnlich nach einem Weihnachtsbaum Ausschau gehalten. Ich erklärte ihm, dass wir versuchen nach der Bibel Gottes Wort zu leben und dass wir noch nicht entdeckt hätten, dass der Weihnachtsbaum dazu gehören muss. Mollaoglu war zufrieden: Ihr seid gute Menschen. Ihr seid wahrscheinlich die einzigen Christen, die ich kenne, die nach der Bibel leben. Möglicherweise, denn wie viele Christen kennt schon ein durchschnittlicher türkischer Gastarbeiter! Ich habe diese Beispiele erzählt, um zu illustrieren, wie genau wir von der Welt draußen beobachtet werden. Im Westen Deutschlands werden wir meistens von den Ausländern beobachtet und beurteilt. Im Osten zumindest außerhalb der Großstadt gibt es kaum Ausländer. Aber die Menschen, die in der ehemaligen DDR gelernt haben, dass man auch ohne Gott und Sonnenschein die Ernte einholen kann, für die sind Christen ebenso suspekt wie unbekannte Ausländer. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir sehr genau beobachtet werden. Und beurteilt. Woran erkennt man einen wiedergeborenen Christen? Auf jeden Fall erkennt man ihn schwer, wenn er sich gerade im Supermarkt beim Zeitschriftenstand einen Porno anschaut. Man vermag ihn auch schwer wahrzunehmen, wenn er flucht, weil der Verkäufer ihm falsches Wechselgeld heraus gegeben hat. Man kann ihn kaum wahrnehmen, wenn er jähzornig ist oder unbeherrscht. Oder betrunken. Oder gepierct. Oder mit einem obszönen tätowierten Spruch auf dem Arm. Wobei ich persönlich Piercing und Tattoos, Schmuck und Angeberei generell als unziemlich empfinde. Ich weiss nicht, ob es einen Christen auf dieser Welt gibt, der mir erklären kann, dass das Durchstoßen eines Körperteils mit einem spitzen oder scharfen Gegendstand zwecks Anbringung eines Metalls, das dann öffentlich zur Schau gestellt wird, einen Christen wirklich gottähnlicher macht!? Im AT wird uns genau beschrieben, dass genau diese Sache die Gebundenheit an den Gott dieser Welt offen zum Ausdruck bringt. Piercing, Nasen- und andere Ringe sind also ein Sinnbild für Gebundenheit, nicht für Freiheit in Christus. Ein Ehering ist ja auch ein Sinnbild für Gebundensein nämlich an den eigenen Ehepartner. Die Bibel empfiehlt uns nicht, uns zu verunstalten oder unseren Körper als wandelnde Protest- oder Reklamesäule zu benutzen. Paulus empfiehlt auch den Frauen, dass sie ihren Schmuck nicht äußerlich tragen sollen, sondern ihr Schmuck sei ein frommes Leben in Jesus. Ich muss sagen, ich fühle mich nicht wohl in solchen Schicki-Micki-Gemeinden, wo alles nach Parfüm riecht, die Schwestern mit Klunkern beladen sind und die Brüder mit schicken dicken Goldkettchen herum sitzen und dem Wort Gottes lauschen. Ich muss bei denen immer denken: Wofür geben die eigentlich ihr Geld aus, das wir so dringend in der Mission brauchen könnten!? Ich bin mir dessen bewusst, dass meine Zeilen nicht bei allen Lesern auf Zustimmung stoßen werden. Aber wenn ich als Christ schon solche ich möchte mal sagen gesunden Vorurteile habe, was empfindet dann erst ein Mensch von draußen, wenn er Christen bei Dingen beobachtet, die nicht in sein Bild eines Christen passen? Sollte es nicht möglich sein, dass wir auch äußerlich so leben und uns so geben, dass die Menschen sehen, dass wir einen neuen HERRN haben und dem alten HERRN nicht mehr nach folgen? Ich wünsche Ihnen einen von Gott gesegneten, wundervollen Tag.
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