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Datum: Montag, 31.01.2005
Bibelstelle: Lukas 2,21-32; Psalm 25,14; Amos 3,7
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Vom Warten und Hoffen – Simeon (I)



Lukas-Evangelium

2,21 Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden mußte, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

2,22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,

2,23 wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2. Mose 13,2.15): «Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen»,

2,24 und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: «ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben» (3. Mose 12,6-8).

2,25 Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war mit ihm.

2,26 Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen.

2,27 Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz,

2,28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

2,29 Herr, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;

2,30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,

2,31 den du bereitet hast vor allen Völkern,

2,32 ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.



Psalter

25,14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.



Amos

3,7 Denn der Herr Herr tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis den Propheten, seinen Knechten.



Wie sich Simeon dieses Kommen des Messias wohl vorstellte? Erwartete er wie viele andere einen König, mächtig und stark, sieghaft und prachtvoll, der die heidnischen Römer vertreiben würde, damit Israel als eigenständiges Volk in eigenen Grenzen unter »messianischen Verhältnissen« leben konnte? Eines ist sicher: Unsere Vorstellungskraft, wie Gott seinen Plan sichtbar werden lässt, ist so unscharf wie der Blick in einen »blinden« Spiegel.



Simeon war sicher weise genug, sich nicht etwas Unwirkliches auszumalen. Er wird eher still und auf Gottes Stimme hörend wachsam gewesen sein, um den himmlischen Fingerzeig nicht zu verpassen. Und dann geschah es an irgendeinem Tag oder in irgendeiner Nacht: Gott weihte seinen Diener in das ein, was er in Kürze tun wollte. »Der Herr zieht ins Vertrauen, die ihn fürchten« (vgl. 1. Mose 18,17-22; Hiob 29,2-4; Spr. 3,32; Dan. 2,19-23). Gott gab Simeon das Geheimnis seines Willens zu erkennen (Eph. 1,9). Der Heilige Geist motivierte Simeon eines bestimmten Tages, in den Tempel zu gehen (1. Kor. 2,10). Er ging den für ihn vielleicht beschwerlichen Weg, ohne zu wissen, was ihn dort eigentlich erwartete. Es störte ihn offensichtlich nicht, dass Gott ihm nur einen Schritt nach dem andern zeigte. Nun stand oder saß er irgendwo im Tempel – und wartete. Darin hatte er sich ja all die Jahre geübt. Er kannte sicher das Schriftwort: »Das Warten der Gerechten führt zur Freude« (Spr. 10,28). Damit wird Simeon gerechnet haben. Er war gewiss voller Spannung, was jetzt geschehen werde. Gleichzeitig freute er sich, den Gesalbten des Herrn zu sehen, ihm zu begegnen und das Ziel seiner Sehnsucht zu erreichen.



Jesus war etwa sechs Wochen alt, als Maria und Josef ihn in den Tempel brachten. Er sollte »dem Herrn dargestellt werden«. Dabei ging es um die Auslösung der Erstgeburt. Nach dem Gesetz gehörte alle männliche Erstgeburt dem Herrn. Deshalb musste ein Lösegeld bezahlt werden – fünf Schekel, der Lohn eines Arbeiters für vierzig Tage (2. Mose 13,12-15; 4. Mose 3,47; 18,16). »Und Simeon kam durch den Geist in den Tempel.« Er wusste: Jetzt muss ich gehen. Ganz schlicht heißt es dann in unserem Text: »Und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten,... da nahm auch er es in seine Arme und lobte Gott.« Maria und Josef waren unscheinbare Leute. Sie fielen nicht besonders auf, auch das Kind nicht. Wie konnte Simeon so sicher wissen, dass er das richtige Kind in den Arm nahm? Durch denselben Geist, der ihn veranlasst hatte, gerade jetzt den Tempel aufzusuchen! Dieser Geist ließ Simeon nicht darüber im Unklaren, wer der »Gesalbte Gottes« war.







 

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