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nächsten Text: Der traurigste Psalm II vorherigen Text: Auf, Ihr Durstigen alle, kommt zum lebendigen Wasser! Archiv Datum: Sonntag, 08.05.2005 Bibelstelle: Psalm 88, 1-19 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Der traurigste Psalm I Psalm 88,1 Ein Psalmlied der Söhne Korach, vorzusingen, zum Reigentanz im Wechsel, eine Unterweisung Hemans, des Esrachiters. 88,2 HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. 88,3 Laß mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien. 88,4 Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode. 88,5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. 88,6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind. 88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe. 88,8 Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA. 88,9 Meine Freunde hast du mir entfremdet, und hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus, 88,10 mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir. 88,11 Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? SELA. 88,12 Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten? 88,13 Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens? 88,14 Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich: 88,15 Warum verstößt du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir? 88,16 Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, daß ich fast verzage. 88,17 Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich. 88,18 Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal. 88,19 Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir. So hell und zukunftsfroh Psalm 87 ausklingt, so dunkel und ohne Hoffnung erscheint uns der Psalm 88. Er wird als der traurigste Psalm bezeichnet; denn der Beter dringt im Gegensatz zu anderen Klageliedern am Schluss nicht zu einem Gotteslob hindurch. Wir erfahren nichts, jedenfalls nicht direkt, von einer Antwort Gottes. Wir vermissen bei Heman diese leise Ahnung von einem Leben nach dem Tod, wie wir sie bei David in Psalm 16 lesen. Wir sehen aber, dass Heman den Tod sehr ernst nimmt und um seine Unausweichlichkeit weiß. Er verdrängt den Gedanken an ihn nicht. Dazu gehört Mut, den nicht alle haben. Menschen stürzen sich in ein Leben voller Ablenkungen. Sie bevölkern Fitnessstudios und Schönheitssalons. Sie wollen jung bleiben und nicht an den Tod denken, gar nicht mit ihm rechnen. Es sind nicht wenige, die von ihm plötzlich überfallen werden. Andere erfahren, dass sie eine unheilbare Krankheit haben und einem langsamen Sterben entgegengehen. Was dann? Heute muss niemand mehr in der Weise klagen, wie Heman es getan hatte. Zwar wurde mit Gewissheit sein Gebet im Himmel gehört und beantwortet aber erst viel später. Gott hat etwas für uns getan, das jedem, der es glaubt, die erdrückende Todesfurcht nimmt (siehe Hbr. 2,15). Als die Zeit gekommen war, die Gott für die richtige ansah, geschah es an einem ersten Wochentag in Jerusalem: Einige Frauen und Männer standen erschreckt und verwirrt vor einem leeren Grab, in das erst vor zwei Tagen jemand hineingelegt worden war. Man fand ihn nicht. Stattdessen sprachen zwei unbekannte Männer: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.« Der Tod, des Menschen Feind und Sold der Sünde, konnte den Gottessohn nicht halten er wurde überwunden. (Lies Lk. 24,1-12; Jo. 20,1-10.)
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