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nächsten Text: Der traurigste Psalm III vorherigen Text: Der traurigste Psalm I Archiv Datum: Montag, 09.05.2005 Bibelstelle: Psalm 88,2-8; Johannes 5,24 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Der traurigste Psalm II Psalm 88,2 HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. 88,3 Lass mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien. 88,4 Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode. 88,5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. 88,6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind. 88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe. 88,8 Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA. Johannes-Evangelium 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Als Heman seine Klage gen Himmel schrie, kannte er diese Hoffnung des Johannes noch nicht. Er bemühte sich verzweifelt, seine persönliche Lage zu verstehen. Schon lange litt er, aber nun ist er am Ende seiner Kraft. Aber nicht am Ende mit seinem Gott! »Herr, Gott meines Heils, meiner Rettung! Neige dein Ohr zu meinem Schreien!« Heman hält sein Bekenntnis zu Gott durch, auch in der Nacht. »Satt ist meine Seele vom Leiden.« Seine Beziehung zu Gott ist so persönlich, dass er es wagt, ihm diesen Überdruss entgegenzuschleudern. Wer getraut sich, so mit Gott zu sprechen? Das können wir von den Psalmdichtern lernen, vor dem Höchsten ohne Skrupel so persönlich zu werden und unser Inneres vor ihm auszuschütten. Heman sieht sich am Rande des Todes und schaut im Geist schon das offene Grab, die Endstation allen Lebens und der Gottverbundenheit. Jedenfalls denkt er so. Der Tod hat für ihn keine erlösende Funktion. Er ist kein Freund. Heman erkennt mit aller Schärfe, dass der Tod von Gott abschneidet, trennt. Das ist für Heman eine Katastrophe. Er will diese Trennung nicht. Wir sehen hier die tiefe Liebe zu seinem Herrn. Da Heman aber weiß, dass er als Sünder vor Gott nicht bestehen kann, zerreißt es ihn fast, in dem, was ihm geschieht, den Zorn Gottes zu erkennen. »Auf mir liegt schwer dein Zorn, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrückt.« Hat Heman sich nun wütend und enttäuscht von Gott abgewandt, wie es viele tun, die nicht verstanden haben, warum sie in dieser oder jener schweren Not sind? Nein! Heman hält sich an ihm fest. (Lies Ps. 13,1-6; 18,1-7)
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