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Nächste Andacht: Der traurigste Psalm V Vorige Andacht: Der traurigste Psalm III Andachtarchiv Aidlinger Bibellese Datum: Mittwoch, 11.05.2005 Bibelstelle: Psalm 88,9.10; 38,12; Matthäus 26,56 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Der traurigste Psalm IV Psalm 88,9 Meine Freunde hast du mir entfremdet, und hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus, 88,10 mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir. 38,12 Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne. Matthäus-Evangelium 26,56 Aber das ist alles geschehen, damit erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. »Meine Vertrauten hast du von mir entfernt.« Heman fühlt sich einsam und verlassen, völlig isoliert. Seine Freunde und Bekannten, mit denen er eine gute Gemeinschaft hatte, wussten nicht mit der Not ihres Freundes umzugehen und zogen sich zurück. Heman war ihnen fremd geworden. (Lies Hiob 19,13-19.) Das unerklärliche und unverstandene Leid beeinträchtigt nicht nur die Beziehung zu Gott, sondern trennt auch vom Mitmenschen. Die Freunde wissen sich nicht anders zu helfen als zu fliehen. Oder sie versuchen sich wie bei Hiob im Geben guter Ratschläge. Sie können sich nicht denken, dass bei ihrem Freund nicht Schuld die Ursache seines Zustandes ist. Heman kommt sich vor, als sei er im Gefängnis: »Ich bin eingeschlossen und kann nicht herauskommen.« Es treibt ihn, fortgesetzt Gott anzurufen: »Zu dir, Herr, rufe ich den ganzen Tag. Ich strecke meine Hände aus zu dir.« Heman ist obwohl Gott schweigt nicht bereit, an irgendeiner anderen Stelle um Hilfe zu bitten. Er hängt so sehr an seinem Herrn, dass er nicht ablässt, an seine Tür zu trommeln. Der Evangelist Markus berichtet von einer Frau, die ebenso hartnäckig blieb, ihre Hilfe bei Jesus zu suchen, obwohl er sie abgewiesen hatte. Sie ließ sich nicht wegschicken, sondern beharrte auf ihrer Bitte. Als Jesus ihren Glauben sah, gab er ihr, um was sie gebeten hatte (lies Mk.7,24-30; vgl. Lk. 18,1-8). Heman musste sich noch gedulden, bis Gott ihm Antwort gab. Vielleicht hat er erst jenseits des Todes erkannt, was er vorher nicht begreifen konnte. »Gott ist ja nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden« (Mt. 22,31.32). Warum sollte Heman im »Jenseits« nicht Mose, Elia oder Samuel begegnet sein und verstanden haben, dass der Gerechte durch den Glauben lebt auch jenseits der Todesschwelle?
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