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nächsten Text: Wie der Heilige Geist Persönlichkeit prägt vorherigen Text: Der traurigste Psalm V Archiv Datum: Freitag, 13.05.2005 Bibelstelle: Psalm 88,15-19; Jesaja 54,7.8; 60,20 Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Der traurigste Psalm VI Psalm 88,15 Warum verstößt du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir? 88,16 Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, daß ich fast verzage. 88,17 Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich. 88,18 Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal. 88,19 Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir. Jesaja 54,7 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. 54,8 Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. 60,20 Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben. Heman konnte noch nicht zur Auferstehungshoffnung durchdringen, zu dem Leben, das den Tod besiegt. Dennoch steht schon über ihm die Verheißung Gottes, dass er sich seiner erbarmen wird. Was er gedenkt, mit seinem Volk Israel zu tun, das betrifft natürlich auch den Einzelnen, der an ihm festhält. Und das tut Heman mit seiner ganzen Kraft. Er schreit Gott sein Elend entgegen, seine einzige Anlaufstelle, die ihm geblieben ist, denn »meine Bekannten sind Finsternis«. Sie haben ihn im Stich gelassen, alle, denen er einmal vertraut hatte. Gott nahm ihm alle menschlichen Stützen, damit Heman sich allein auf den wahrhaft Allmächtigen lehnt. »Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand. Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade« (Spr. 3,5.6). Noch bäumt sich Heman gegen die Wege Gottes auf: »Warum, Herr, verwirfst du meine Seele, verbirgst du dein Angesicht vor mir?« Heman muss andere Zeiten mit Gott erlebt haben, wenn er jetzt klagt: »Ich trage deine Schrecken, bin verwirrt, ratlos, erstarrt.« An anderer Stelle heißt es: »Vor deinem Schrecken schaudert mein Fleisch, ich fürchte mich vor deinen Urteilen« (Ps. 119,120). Der Psalmbeter hat vielleicht bisher seinen Gott nur von der Sonnenseite erlebt, als einen, der beschenkt, bewahrt und führt, der vergibt und Gnade walten lässt. Nun lernt er ihn als einen Gott kennen, der zu fürchten ist, weil er wirklich allmächtig ist, auch im Gericht, und weil ihm alle Ehre gehört. Über Gott ist keiner mehr, der ihm etwas zu sagen hätte oder ihn seines Zornes wegen zur Rechenschaft ziehen könnte. Die Liebe und der Zorn Gottes gehören auf geheimnisvolle Weise zusammen. Das muss Heman verstehen lernen, um seinen Herrn noch tiefer zu erfassen. (Lies Rö. 9,20; Ps. 73,1-3.13.21-28.)
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