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Datum: Sonntag, 29.05.2005
Bibelstelle: 2.Korinther 3,1.2; 1.Korinther 9,2
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Ein Brief Christi I



2.Korintherbrief

3,1 Vielleicht denkt ihr jetzt, wir wollten uns damit schon wieder selbst loben. Sollen wir euch etwa, wie es gewisse Leute tun, Empfehlungsschreiben vorzeigen oder uns solche von euch geben lassen?

3,2 Ich denke, ihr selbst seid der beste Empfehlungsbrief für uns. Er ist in unser Herz geschrieben und kann von allen gelesen werden.



1.Korintherbrief

9,2 Bin ich für andere kein Apostel, so bin ich's doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamts seid ihr in dem Herrn.



In seinem zweiten Brief an die Gläubigen in Korinth gibt Paulus seiner Freude darüber Ausdruck, dass sie sich von falschen und verführerischen Wegen zurückrufen ließen (2. Ko. 7,6-9; vgl. 1. Ko. 3,3; 6,18; 15,33.34).



Im Blick auf seine eigene Person sieht er sich genötigt, unberechtigte Vorwürfe anzusprechen, damit sein Dienst als Apostel nicht in Misskredit gerät (2. Ko. 1,13; 2,17; 7,2). Hier stellt er klar: Ich habe es nicht nötig, mich selbst zu empfehlen oder mich durch entsprechende Briefe in Korinth einzuführen. Solche Empfehlungsbriefe waren in einer Zeit ohne Ausweis oder moderne Medien notwendig, da die Identität eines Gesandten nicht ohne weiteres überprüft werden konnte. Um seine Vertrauenswürdigkeit zu beglaubigen, gab man entsprechende Empfehlungsschreiben mit. Auch Paulus handhabte es so bei der Sendung von Mitarbeitern (z. B. Rö. 16,1.2; 1. Ko. 16,10). Für seine eigene Person weiß er jedoch einen viel eindrucksvolleren Ausweis: »Ihr seid unser Brief.« Die Gemeinde in Korinth ist ja durch seinen Dienst in Zusammenarbeit mit Silas und Timotheus entstanden (Apg. 18,1ff). Paulus und die Korinther gehören durch die Verkündigung des Evangeliums engstens zusammen. Alle vorausgegangenen geistlichen Unstimmigkeiten können daran nichts ändern. Das veränderte Leben der Korinther ist wie ein offener Brief für alle Beobachter, ein beweiskräftiges Zeugnis, das der Geist Gottes durch Paulus und seine Mitarbeiter gewirkt hat. Gibt es eine bessere Empfehlung?



Zugleich beschreibt Paulus diesen Brief als eingeschrieben im eigenen Herzen. Auch für ihn selbst ist Gottes Handeln in Korinth Vergewisserung seines Dienstes. Was aber ins Herz geschrieben ist, das ist von Bedeutung. Paulus kann die Korinther nicht innerlich »abhaken«. Ihre Anliegen bewegen ihn. Er trägt an ihnen und trägt mit ihnen. In Galater 6,2 schreibt er: »Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.«

Darin ist uns Paulus ein Vorbild.







 

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