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03.08. Wahre Jüngerschaft

02.08. Der Altar als bleibende Einrichtung in unserem Leben

01.08. Der Opferaltar auf Golgatha

31.07. Der Altar als Ort des Ganz-Opfers aus Gehorsam

30.07. Der Altar am Ort der Rückkehr und Umkehr II

29.07. Der Altar am Ort der Rückkehr und Umkehr I

28.07. Der Altar als Ort des Dankes für die Rettung
 
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Datum: Sonntag, 31.07.2005
Bibelstelle: 1.Mose 22,1-19; Jakobus 1,13; 2.Mose 3,7.8
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Der Altar als Ort des Ganz-Opfers aus Gehorsam



1.Mose

22,1 Und es geschah nach diesen Dingen, da prüfte Gott den Abraham. Und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich!

22,2 Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!

22,3 Da machte sich Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte.

22,4 Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.

22,5 Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier! Ich aber und der Junge wollen dorthin gehen und anbeten und zu euch zurückkehren.

22,6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak, und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide miteinander.

22,7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz! Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?

22,8 Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.

22,9 Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz.

22,10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

22,11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich!

22,12 Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast.

22,13 Und Abraham erhob seine Augen und sah, und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer.

22,14 Und Abraham gab diesem Ort den Namen `der HERR wird ersehen', von dem man heute [noch] sagt: Auf dem Berg des HERRN wird ersehen.

22,15 Und der Engel des HERRN rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu

22,16 und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der HERR, deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, [mir] nicht vorenthalten hast,

22,17 darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen.

22,18 Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.

22,19 Dann kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück, und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba; und Abraham liess sich in Beerseba nieder.



Jakobusbrief

1,13 Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand.



2.Mose

3,7 Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen.

3,8 Darum bin ich herabgekommen, um es aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und es aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das von Milch und Honig überfliesst, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter.



Wir halten noch einmal bei Abraham inne, dem Gott in einzigartiger Weise gegenübertrat. Er prüfte ihn. Wenn Satan einen Menschen versucht, will er ihn zum Unrecht verleiten. Für uns ist oft nicht erkennbar, warum Gott uns prüft. Eins aber ist sicher: Gott versucht niemanden zum Bösen, sondern er will in neuer Weise segnen, uns wachsen und reifen lassen. (Lies Jes. 55,8.9; Jer. 29,11).



Abraham erlebte nicht die erste Glaubensprobe, wohl aber die härteste und dazu an der empfindlichsten Stelle. Konnte Abraham den Herrn noch verstehen, der ihm zugesagt hatte: »Ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, ... und in dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter auf Erden« (1. Mose 12,2.3)? Nun hieß es, den einzigen Sohn zu opfern. Durch welche Anfechtungen Abraham ging, können wir nur ahnen, weil er kein Wort sprach außer diesem »Hier bin ich, Herr«. Um Vater des auserwählten Volkes zu werden, musste sich die Echtheit seines Glaubens vor aller Welt erweisen. Seine Nachkommenschaft sollte so zahlreich wie die Sterne und unzählbar wie die Menge des Sandes werden (1. Mose 15,5). Was aber, wenn der eine Nachkomme auf dem Altar geopfert wurde? Gottes Botschaften schienen sich zu widersprechen. Doch Gott hatte gesprochen, und Abraham gehorchte. »Es ist, als wollte Gott fragen: Abraham, wirst du dich jetzt nicht an Isaak hängen, in dem dir die Verheißung gegeben ist? Kannst du mir zurückgeben, was du von mir empfangen hast? Glaubst du, dass du auch dann noch sein wirst, wozu ich dich bestimmt habe« (O. Stockmayer)? Abrahams Entscheidung zum Gehorsam machte ihn einsam, aber nicht verzagt. Er traf alle Vorbereitungen, die nötig waren, um auszuführen, was der Herr geboten hatte. (Lies 5. Mose 8,2; Jak. 1,2.3).



Drei Tage und drei Nächte lang gingen Abraham und Isaak miteinander nach Morija. Ein langer, stiller und unendlich schwerer Weg! »Man könnte zittern, wenn man bedenkt, wie weit Gott gehen kann, und doch braucht man sich nicht zu fürchten. Nicht am ersten Tag seines Glaubenslebens hat Gott Abraham so geprüft. Gott versucht nie über Vermögen (1. Ko. 10,13). Er geht auch nie zu schnell voran mit einer Seele. Und er gibt die Kraft zur Probe oder zum Opfer, zu dem er ruft. Rechne mit seiner Weisheit und seiner Liebe. Wenn wir einzig und allein auf ihn sehen, nicht auf unser armes Herz, dann gibt es einen Weg. Abraham weiß: Wenn Gott mir jetzt auch meinen Isaak nimmt, in dem er mir die Verheißung gegeben hat, so wird er mir doch sein Wort halten. Er kann ihn auch aus den Toten erwecken.



Wenn du nicht verstehst, wie das, was Gott dir jetzt sagt, übereinstimmen kann mit dem, was er dir früher verheißen und gegeben hat, so wisse das eine, dein Gott wird Recht behalten. Abraham fürchtet Gott und fürchtet sich, im wichtigsten Augenblick seines Lebens seinem Gott nicht zur Verfügung zu stehen. Und wir, die wir unseren Gott kennen sollten als den, der seinen Sohn für uns dahingegeben hat, fürchten wir Gott? Das heißt, ist er und sein Wort uns über alles wichtig und maßgebend? Wenn der Herr etwas von uns verlangt, so ist's, um uns zu zeigen, was seine Gnade vermag« (O. Stockmayer). Gott wollte nicht die Opferung Isaaks, aber er wollte Abrahams bedingungslose Hingabe und den Gehorsam aufgrund seines Vertrauens. »Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest«, sagte der Herr zur Begründung für sein Eingreifen. (Lies 5. Mose 5,29; Mt. 7,21).



Und Abraham nannte die Stätte: »Der Herr sieht.« Was verbirgt sich nicht alles in diesem Namen! Morija bedeutet: »Jahwe wird ersehen.« »Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer«, das hatte Abraham auf Isaaks Frage nach dem Opfertier geantwortet. Gott verschonte den geliebten Sohn Abrahams, und an Isaaks Stelle war im entscheidenden Augenblick ein Widder im Dickicht: der Stellvertreter für Isaak. Abraham erkannte an diesem Ort die liebende Allmacht Gottes, der alles überblickt, dem nichts entgeht. So wird die Namensgebung »Jahwe sieht« zum Gotteslob. – Dem Herrn ist alles untertan, ihm ist nichts unmöglich. »Abraham wusste aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun« (Rö. 4,21). Der Altar auf Morija, der ein Altar der ganzen, ungeteilten Hingabe aus Liebe und Gehorsam wurde, wird gleichzeitig ein Altar des staunenden Dankens und Anbetens. Mit der Bereitschaft, dem Herrn alles, auch das Liebste, darzubringen, gewann Abraham eine tiefe Erkenntnis von Gott und von sich. Gott will unser Bestes – immer. Es lohnt sich, auf Gottes Forderungen einzugehen, unser Leben ganz in seine Hand zu geben. Das war Abrahams Opfer. Das kann unser Opfer sein. Während Abraham in die Entscheidung gestellt war, müssen viele Leidende sich nachträglich in Gottes Willen fügen, sie sind nicht gefragt, ob sie das Opfer bringen, sondern ob sie das Opfer bejahen, zum Beispiel, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren durch Krankheit und Tod oder selber schwer krank werden. Können sie Gottes Willen bejahen? Sie sind gefragt, ob sie mit Hiob sprechen können: »Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt« (Hiob 1,21). »Der Herr sieht«, das kann zum Trost werden. (Lies 1. Sa. 3,18; Mk. 14,36; Jo. 18,11).





 

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