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Datum: Samstag, 03.09.2005
Bibelstelle: Markus 6,47.48
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wie bedrängt auch meine Situation sein mag – Jesus sieht mich



Markus-Evangelium

6,47 Und am Abend war das Boot mitten auf dem See und er auf dem Land allein.

6,48 Und er sah, daß sie sich abplagten beim Rudern, denn der Wind stand ihnen entgegen. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen und ging auf dem See und wollte an ihnen vorübergehen.



Welch ein Bild! Jesus »auf dem Land allein«, im Gebet – und die Jünger »mitten auf dem See«, in Bedrängnis. Räumlich war Jesus weit von seinen Jüngern getrennt, im Gebet aber war er ihnen ganz nah. Mit den Augen Gottes sah er ihre Not. Das »Sehen Gottes« ist also nicht bloßes Zusehen, sondern beschreibt seine fürsorgende Nähe: 1. Mose 16,13; 2. Chronik 16,9a; (vgl. Hiob 34,21; Spr. 5,21; Sach. 4,10b; Mt. 6,4.6). Wie bedrängt auch meine Situation sein mag – Jesus sieht mich. »Dass seine Augen auf mich gerichtet sind, das macht mich froh! Das macht froh. Ganz gleich, was ich trage an den Lasten meiner Tage, ob ich sehr enttäuscht oder voll Freude bin: Mein Herr schaut immer zu mir hin« (H. Führer).



Zwischen 3 und 6 Uhr morgens kommt der Herr zu den Seinen, »indem er auf dem See einherging«. Schon das Alte Testament berichtet davon, dass große und tosende Wassermassen dem Schöpfer unterlegen sind: »Er geht auf den Wogen des Meeres« (Hiob 9,8; vgl. Ps. 77,20; Jes. 43,16). Wenn Jesus auf dem Wasser schreitet, bedeutet das also, dass er Gott ist. Hier leuchtet eine weitere Botschaft aus dem Alten Testament auf. Im Unterschied zu den toten Götzen »geht« Gott unter seinem Volk »einher« (3. Mose 26,12; 2. Sam. 7,6; 1. Chron. 17,6). Das Einhergehen Gottes unter den Seinen ist also Ausdruck lebendiger Gemeinschaft. Wenn wir uns mit den Wellen der Sorgen und Ängste abplagen, haben wir manchmal den Eindruck: Die Lage ändert sich nicht, Gott hat mich vergessen. Doch gerade dann dürfen wir wissen: Jesus betet für mich. Jesus sieht mich. Jesus lässt den Faden der Gemeinschaft mit mir nicht abreißen. Siehe Jesaja 43,1-5a.



 

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