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22.09. Unsere natürliche Kraft reicht nur solange, bis wir die wirkliche Kraft brauchen

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Datum: Donnerstag, 22.09.2005
Bibelstelle: Epheser 3,14-16; Kolosser 3,9-14
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Unsere natürliche Kraft reicht nur solange, bis wir die wirkliche Kraft brauchen



Epheserbrief

3,14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater,

3,15 von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird:

3,16 er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen;



Kolosserbrief

3,9 belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen

3,10 und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

3,11 Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.

3,12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;

3,13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

3,14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.



Die natürliche Kraft des Menschen taugt für das geistliche Leben nichts; sie reicht gerade bis zu dem Augenblick, da wir wirkliche Kraft brauchen – sei es in Versuchungen und Verführungen zur Sünde, sei es in Leiden und Schwierigkeiten. Gerade dann lässt sie uns vollständig im Stich. Wie hat Petrus das doch erfahren! So kraftvoll versicherte er dem Herrn – sich für tatkräftiger, mutiger, hingebender haltend als die anderen Jünger: »Herr, wenn sich auch alle an dir ärgern – ich aber nicht!« Das war sein aufrichtiger Herzensvorsatz; aber er hielt nicht stand, als die Versuchung an ihn herantrat. Weil Kinder Gottes noch so viel eigene Kraft haben und ihr vertrauen, darum fallen sie so oft in Sünde und immer wieder in die gleiche Sünde, darum versagen sie häufig gerade da, wo der Herr sich auf sie verlassen können sollte. Geistliche Kraft, göttliche Kraft ist der eigenen Kraft ganz entgegengesetzt. Gott verbindet seine Kraft niemals mit der natürlichen Kraft des Menschen,

sondern mit dessen tiefempfundener Schwachheit: »Dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke.« (Lies Jes. 40,27-31; Ps. 18,33-37; Hab. 3,18.19.)



Der Gläubige muss zur Erkenntnis seines Versagens und Unvermögens kommen. In dem Maß, als er dieses empfindet und seine Zuflucht demütig zur Kraft Gottes nimmt, wird er ein Überwinder sein im praktischen Leben für Gott. Paulus lernte es in einem Leben der Hingabe an seinen Herrn: »Meine Kraft wird in deiner Schwachheit vollbracht.« Er durfte es in den schweren Leidens- und Geduldsproben erfahren, was Jesus so tröstend zu ihm gesagt hatte, als er dreimal vergeblich um Entfernung des Dorns im Fleisch gefleht hatte: »Meine Gnade ist genug für dich, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zu voller Auswirkung.«



 

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