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Datum: Montag, 21.05.2007
Bibelstelle: PSALM 94, 1-7; 9, 8-11
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Der HERR ist König XIII



Psalm 94
1 Gott der Rache, HERR, Gott der Rache, strahle hervor!
2 Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Hochmütigen ihr Tun!
3 Bis wann werden die Gottlosen, HERR, bis wann werden die Gottlosen frohlocken,
4 übersprudeln, Freches reden, werden sich rühmen alle Übeltäter?
5 Dein Volk, HERR, zertreten sie, dein Eigentum bedrücken sie.
6 Die Witwe und den Fremden bringen sie um, die Waisen ermorden sie.
7 Sie sagen: Jah sieht es nicht! Der Gott Jakobs merkt es nicht!

Psalm 9
8 Der HERR lässt sich nieder auf immer, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht.
9 Und er, er wird richten die Welt in Gerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gericht halten in Geradheit.
10 Doch dem Unterdrückten ist der HERR eine hohe Feste, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal.
11 Auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, HERR.

Der Psalmbeter fällt dem Widersacher nicht zum Opfer. Er begibt sich vom Ort der Schwierigkeiten an den Ort des Gebets. Was ihm auch widerfährt, er wendet sich Gott zu. Keine Verleumdung, keine Verfolgung kann ihn hindern, mit Gott, seinem König, zu reden: »Herr, du Gott der Vergeltung, erscheine! Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Stolzen ihr Tun!« Der Name »Gott der Vergeltung«, »Gott der Rache« mag uns erschrecken. »Oft genug wird von Unwissenden über die ›schrecklichen Rachepsalmen‹ gescholten. Wer den Psalter kennt, wird nicht so sprechen. Der Ausdruck ›Rache‹ heißt hier nichts anderes als Gericht. Gericht bringt aber zurecht und setzt dem Unrecht ein Ende. Wer das Unrecht hasst, wird den Richter lieben. Dass die Haltung des Glaubenden im Neuen Testament anders ist als die des Frommen im Alten Testament, das dankt er allein dem Gekreuzigten, der das Gericht für alle getragen hat. (Lies Röm. 3, 23-26; 2. Kor. 5, 21; 1. Petr. 2, 24.) Wer aber seine Zuflucht nicht bei Gott nimmt, dem geht diese unbeschreiblich große Gabe der Gnade verloren. – Es geht dem Beter nicht um private Angelegenheiten, er leidet mit dem Volk Gottes, das niedergedrückt und entrechtet wird« (H. Brandenburg). Ein König war damals für das Recht, das im Gesetz des Herrn verankert war, zuständig. (Lies 5. Mose 17, 18-20.) Deshalb ist der Psalmbeter berechtigt, sich in seiner entrechteten Situation an den König aller Könige zu wenden und ihn um sein gerechtes Richten zu bitten. »Der aller Welt Richter ist, sollte der nicht recht richten?« (1.Mose 18, 25b; Ps. 98, 8. 9; 48, 11; 103, 6) »Was dein Herz anficht, stellt er in sein Licht, frage ihn und zage nicht, rechne mit ihm. Rechne mit ihm, einzig nur mit ihm, steht auch alles wider dich, rechne mit ihm!« (H. E. Alexander)




 

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