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29.02. Jesus nimmt den Sünder an II

28.02. Jesus nimmt den Sünder an I

27.02. Einverleibt in die Familie Gottes

26.02. Folge mir nach!

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23.02. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde
 
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Datum: Freitag, 29.02.2008
Bibelstelle: Markus 2,16.17; Matthäus 9,11-13;11,19
Autor: Aidlinger Bibellese (info@diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Jesus nimmt den Sünder an II



Markus-Evangelium

2,16 Und als die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Isst er mit den Zöllnern und Sündern?

2,17 Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.



Matthäus-Evangelium

9,11 Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?

9,12 Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.

9,13 Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.11,19 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, was ist dieser Mensch für ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken.



Sie sind immer und überall da – die Kläger und Kritiker. Wussten sie nicht, dass im Wort Gottes geschrieben stand: »Bei Gott ist viel Vergebung. Er ist reich an Vergebung« (Jes. 55,7b)? Doch, sie wussten es. Vergebung ja, aber erst am Ende eines langen Marsches harter Gesetzeserfüllungen. Dann, aber auch nur dann, wende Gott sich einem Sünder zu. Bis dahin hatte man sich vom Sünder zu trennen – um des Sünders willen. So machte man ihm klar, dass Gott sich nicht spotten lässt.



Außerdem hatten die Schriftgelehrten längst bemerkt, dass dieser Jesus ihr Dogma »Vergebung durch Leistung« rundum ablehnte. Sie bemerkten, dass er sich oft und intensiv der Sünder annahm, ja, dass es zu seinem Lebensprogramm und zu seiner Schule zu gehören schien, dass Jesus fest und zielbewusst eine Linie verfolgte. »Vielleicht wandten sich die Schriftgelehrten deshalb an seine Jünger, weil sie nur noch sie für beeindruckbar hielten und einen Keil zwischen Jünger und Meister treiben wollten. Sie werden jetzt genötigt, Urteil zu sprechen und Farbe zu bekennen«, schreibt ein Ausleger. Wie gut, dass Jesus diesen »hinterhältigen Angriff« mitbekommt und den Grundgedanken seiner messianischen Mission darlegt. Dabei wählt er bewusst das Bildwort vom Arzt, der ausschließlich für die Kranken und Leidenden da ist. Ein Dreifaches wird deutlich:



1. Der Arzt ist ähnlich wie der Hirte ein alter Symbolberuf für den messianischen Heilbringer. (Vgl. Hes. 34,16; 2. Mose 15,26; Jer. 8,22; Luk. 4,23.) Der göttliche Arzt ist jetzt da und wirkt: Jesus, der Messias Gottes. – Es lohnt sich, das bekannte und grundlegende Apostelwort in Römer 3,21-24 sorgfältig, Wort für Wort und im Aufblick zu dem, der uns so sehr liebt, zu Herzen und ins Leben zu nehmen.



2. In Anlehnung an Matthäus 9,13 haben wir auch beim Markusbericht daran zu denken, dass Jesus seinen Kritikern mit einer Gegenkritik antwortet: »Ihr, die ihr durch das lange und gründliche Studium der Thora so gesegnet seid, solltet wohl Ärzte sein!« Aber sie sind es nicht. Wie die Hirten Israels haben auch sie als geistliche und seelsorgerliche Verantwortungsträger versagt. (Lies Hes. 34,1-10.) Erbarmungslos haben sie »schwere und unerträgliche Lasten auf die Menschen gelegt« (Matth. 23,4). Und doch schreibt Jesus die Schriftgelehrten nicht ab: »Geht aber hin und lernt, was das heißt: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Geht hin und lernt – das ist Aufgabe und Chance. Die langjährigen »Bibelkenner« sollen ganz neu zu dem Gott in die Schule gehen, dessen Wesen reine Gnade und Barmherzigkeit ist. – Konnte seine Güte mit zunehmendem Alter, auch mit zunehmendem Glaubens-Alter, in und bei uns wachsen? Gerade wir Älteren sollten ein Abbild von Gottes Güte und Freundlichkeit sein. »Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei« (Jak. 3,17).



3. Aus der Liebe des Arztes zu den Sünden-Kranken folgt keineswegs eine Nicht-Liebe zu den Gerechten! Sein Ruf an die Fernstehenden enthält einen indirekten, aber dringlichen Ruf an die Nahen, sodass sie alle gerufen sind (vgl. Matth. 21,32; Jes. 57,18.19). Die betonte Hinwendung zu den Kranken sollte den anderen einen Anreiz liefern. In diesem Sinne hat auch Paulus von den Heidenbekehrungen erhofft, dass sie das alte Israel »reizen« und »eifersüchtig« machen würden (Rö. 10,19; 11,11.14).







 

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