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nächsten Text: Es geht weiter mit der Bibellese vorherigen Text: Jesus nimmt den Sünder an II Archiv Datum: Samstag, 01.03.2008 Bibelstelle: Matthäus 24,35 Autor: Friedemann Wunderlich (Christen@msoe.org) Organisation: Mission für Süd-Ost-Europa (http://www.msoe.org) Thema: Das Wort Jesu Christi wird niemals vergehen Matthäus-Evangelium 24,35 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte werden nicht vergehen! Die Bibel ist das umfassende Wort Jesu Christi. Mehr bekommen wir nicht. Weniger haben wir nicht. Gottes Wort den Völkern ist auch im 101. Jahr unserer Mission unser Motto und Programm. Es gibt nur eine einzige Methode wirksam zu evangelisieren: Gottes Wort vollständig weitergeben, wahrheitsgetreu erklären und lebensnah anwenden. Daran muss sich die ganze Arbeit messen lassen. Mittlerweile spüren Missionswerke die Veränderungen in den Gemeinden. Gemeinden verlangen auch von den Missionen Unterhaltung, unzählige spannende Projekte und moderne Aktionen. Diese Erwartungen beschäftigen mich. Soll das unser Weg sein? Die unheimliche Verfolgung In unseren Arbeitsgebieten in Osteuropa werden wir konfrontiert mit einer Gemeinde Jesu, die jahrzehntelang nur das Wort hatte. Die Kommunisten versuchten mit aller Kraft den Christen die Bibel wegzunehmen. Die Herrscher von damals sind vergangen. Die Gemeinde lebt. Meine Worte werden nicht vergehen! Ach hätten wir doch die Verfolgung wieder! Dieser Wunsch eines Bruders in einer alten Gemeinde in Osteuropa, den er mir bei einem Besuch mit Tränen in den Augen mitteilte, hat mich aufgerüttelt. Gemeinden, die im Kommunismus durch die Verfolgung stark im Herrn wurden, verlieren nun scharenweise die Geschwister durch die Einflüsse aus dem Westen. Was der Kommunismus nicht fertig brachte, das Wort Gottes wegzunehmen, geschieht nun mit modernen Gemeindeprogrammen verbunden mit dem Materialismus. Ich sehe eine Tendenz: Christentum als Unterhaltung. Christentum als Spaß-, Show und Sportprogramm. Nachfolger Jesu werden infiziert mit dem Erfolgs- und Attraktivitätsvirus westlicher Gemeinden. Wer kann, wacht auf und verschließt sich diesen verführerischen Einfl üssen. Es gibt große Landstriche unserer Welt, z.B. China, die in den letzten Jahren ein unglaubliches geistliches Wachstum erlebt haben, die sich aber den Einflüssen aus der westlichen christlichen Welt verschließen. Der Versuch, bei mehr Menschen Aufmerksamkeit zu erzielen, Veranstaltungen zu füllen und von der Welt akzeptiert zu werden, hat in den westlichen Gemeinden zu einer Reduzierung der Botschaft der Bibel geführt. Viele Texte aus der Bibel werden einfach weggelassen, weil sie die Leute abschrecken. Es entstehen Gruppen und Gemeinden, die eins gemeinsam haben: eine erschreckende Bibelunkenntnis. Christen kennen das Wort Gottes nicht mehr. Bibeln sind im Gepäck von vielen Gemeindebesuchern nicht mehr zu finden. Das einfache Aufschlagen von Bibelstellen gerät zu einem peinlichen Fingersuchspiel. Der Angriff aus der Gemeinde Mir scheint: Das Wort Gottes wird in unserer Zeit nicht zuerst von der Welt, sondern von den Programmgestaltern der Gemeinde bekämpft. Pastoren müssen gute Entertainer sein. Der Gottesdienst ist die Fortsetzung der Samstagabend-TV-Show. Prediger, die nicht in kurzen, abwechslungsreichen und kurzweiligen Worten die Zuhörer vom Schlaf abhalten können, gelten als langweilig. Es wird nicht mehr der Inhalt beurteilt, sondern die Darbietung. Theater, Pantomime, Zaubertricks, Anbetungstänze, psychologische Themenkurzpredigten und anderes drängen die Wort-Gottes-Predigt an den Rand. Wie unerträglich muss es in Gottes Ohren klingen, wenn sein inspiriertes Wort durch fade, gehaltlose menschliche Worte ersetzt wird. Bitte verstehen Sie mich richtig: Ich bin für Kreativität und für das Einbringen der verschiedenen Gaben in die Gemeinde. Ich rede nicht der Einfallslosigkeit, der Eintönigkeit und dem Es war schon immer so das Wort. Es geht um die Vorrangstellung des Wortes Gottes. Gemeindeleiter durchforsten heute säkulare Marketingbücher, um neue Gemeindewachstumsstrategien zu fi nden. Technische Fragen brauchen heutzutage bei einer Evangelisation mehr Zeit, Kraft und Geld als geistliche Vorbereitungen. Es scheint, dass die neuen Methoden effektiver sind, weil sie mehr Menschen für den Augenblick anziehen. Die Veranstalter sehen viele Besucher und beurteilen ihre Methode als gut. Das Vertrauen in das Wort Gottes und in die Predigt dieses Wortes passt nicht in die moderne Suche nach ständiger Abwechslung. Es scheint, dass der Unterhaltungswert von Veranstaltungen wichtiger wird als die Predigt des Wortes Gottes. Ist die Kraft des Wortes Gottes unter Evangelikalen abgelöst worden durch das Vertrauen auf menschliche Stärke? Man setzt auf menschliche Größe und die Kraft organisierter christlicher Einheit. Man glaubt, dass geschickt inszenierte Veranstaltungen Veränderungen bringen. Veränderungen wohin? Aus gut gemeinten missionarischen Motiven heraus versuchen Gemeinden, der Welt auf Augenhöhe zu begegnen. Das Programm der Welt wird in die Gemeinden geholt, damit die Welt für die Gemeinde gewonnen wird. Die Mission führt keinen Wettkampf mit der Welt. Es geht nicht darum, Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern das ganze Wort Gottes klar und eindeutig zu verkündigen. Verkündigung des Wortes Gottes ist eben keine marktschreierische Angelegenheit. Es geht nicht darum, Produzenten und Kunden zufrieden zu stellen. Mission ist keine geschickte Methode, Zuhörer mit menschlichen Mitteln zu bekehren. Mission vertraut der göttlichen Souveränität, dass sein Wort Leben schafft, damals wie Himmel und Erde werden vergehen, Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte meine Worte werden nicht vergehen! werden nicht vergehen! Wir sind Licht der Welt durch unsere Andersartigkeit. Der Versuch, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen durch die Ansicht, wir seien im Grunde genommen ihnen ähnlich, ist ein Trugschluss. Auch können und dürfen wir das Wort Gottes nicht so in Watte packen, dass es den Zuhörern Spaß macht und das alles als Unterhaltung empfunden wird. Die Welt wird niemals Freude haben am Wort Gottes. Es gibt in der Welt keine Anerkennung des Wortes Gottes und deshalb auch keine Anerkennung der Missionare. Nur Gottes Geist schafft aus diesem Wort Erkenntnis von Schuld und Sünde sowie Erkenntnis der Gnade Gottes. Weil es Christen im Westen mehr und mehr spüren, dass die Zustimmung der Welt fehlt, werden sie irritiert. Auf ablehnende Kritik der Welt reagiert man in der Gemeinde pikiert. Wenn die Gegner des Evangeliums behaupten, man gehöre zu den Leuten, die die Bibel so wörtlich nehmen, wie die islamischen Fundamentalisten ihren Koran, setzt man alles daran, den schlechten Ruf wieder gut zu machen. Wenn der Vorwurf erhoben wird, man wolle die Leute bekehren, spricht man von Missverständnissen und vergisst, dass das Evangelium von Jesus Christus keine Zustimmung von der Welt bekommen kann. Christen leben in der Welt gut und vorbildlich. Sie bleiben aber letztlich immer unattraktiv, weil ihre Botschaft den Geist der Welt angreift. Man kann das Evangelium so sehr in soziale Aktionen verpacken, dass es so stark verwässert wird, dass praktisch kein Unterschied mehr zwischen einem muslimischen, buddhistischen oder christlichen Missionar erkennbar ist. Brötchen bringen alle. Das Wort Gottes können nur Christen bringen. Vorrang hat das Wort. Bevor nicht alle das Wort Gottes wenigstens einmal gehört haben, verzichten wir auf Veränderung unserer Methode: Gottes Wort den Völkern. Die bloße Verkündigung des Wortes Gottes wirkt langweilig und wenig zeitgemäß. Bibeln in den Sprachen der Völker unter die Menschen zu bringen scheint Missionsarbeit von gestern zu sein. Programme, wie die in vielen Ländern der 3. Welt bewährte Emmausarbeit, die zum intensiven persönlichen Bibelstudium führt, gilt für westliche Christen als eintönig. Die Erkenntnis, dass nur das Wort Gottes Menschen neu machen kann, fehlt mehr und mehr. Missionswerke und Gemeinden kommen und gehen. Worte und Programme von Menschen sind heute top und morgen ein Flop. Die Worte Jesu bleiben bestehen. Wir müssen treu sein und nicht erfolgreich. Wir messen die Wirksamkeit unserer Arbeit nicht an dem Ergebnis, sondern an der Tatsache, dass wir Gottes Wort weitergegeben haben. Es geht nicht darum, ob unsere Arbeit funktioniert oder Erfolg hat. Die Richtigkeit der Verkündigung des Wortes Gottes zeigt sich oft gerade darin, dass es keine Zustimmung erfährt. Die Reaktion der Mehrheit ist kein Beweis für Echtheit. Erfolg ist kein Hinweis auf Vertrauenswürdigkeit und Wahrheit. Die ständige Suche modern und attraktiv für die Welt zu sein, macht die Mitarbeiter und letztlich auch die Zuhörer müde. Fragen Jesus Christus hat seinen Nachfolgern aufgetragen, sein Wort weiterzugeben. Es ist Jesus Christus selbst, der durch sein Wort Frucht schafft, ganz gleich, wie wir es weitergeben. Es gibt viele Missionsmethoden in unserer Welt. Wir müssen uns prüfen an den Fragen: Haben wir sein Wort weitergegeben oder etwas anderes? Ist unsere Präsentation geeignet, die Zuhörer davon zu überzeugen, dass wir Gottes Wort verkündigen? Werden durch die Verkündigung des Wortes Gottes Menschen und menschliche Einrichtungen geehrt oder wird der Blick auf Jesus Christus selbst gelenkt? Hilft die Verkündigung, dass die Zuhörer das ganze Wort Gottes kennen lernen und nicht nur Teile daraus? Hilft die Art und Weise der Darstellung, das Evangelium mit dem nötigen Ernst zu vermitteln. Es geht um Tod und Leben! Hilft die Darstellung des Evangeliums, dass der Zuhörer merkt, dass es nicht um Spaß und Unterhaltung, um etwas Gemütliches und Vergnügliches, um Theater und Lebenshilfe geht, sondern um eine Angelegenheit von äußerster Wichtigkeit? Bei meinen Besuchen auf unseren Arbeitsfeldern habe ich mich schon manches Mal gefragt: Was bliebe denn in unseren Gemeinden übrig, wenn uns das ganze Geld genommen würde und wir nur noch unser Leben und die Bibel hätten, so wie unzählige Christen in der Verfolgung? Wenn das geschähe, reduzierte sich vieles auf das Wesentliche. Was wir brauchen Wir brauchen in unseren Gemeinden und Missionsarbeiten keine Clowns, Entertainer und Marketingexperten. Wir brauchen Männer und Frauen Gottes, die Gottes Wort hören, kennen und weitergeben. Wir brauchen Predigt anstatt Unterhaltung. Gebet anstatt menschliches Werkeln. Vertrauen, dass der souveräne Gott durch sein Wort besser retten kann als durch unsere Erfolgsmethoden. Wir brauchen Gemeinden, die sich des Evangeliums nicht schämen. Gemeinden, die wissen, dass sie missverstanden werden können, die Ablehnung erfahren, weil Jesus Christus, ihr Herr, von der Welt abgelehnt wurde. Wenn alles das wegfällt, was wir versuchen, um uns für die Welt attraktiv zu machen, kehren wir zurück zum einfachen Wort Gottes. Zurück zur Lehre der Apostel. Zurück zum gemeinsamen Gebet. Zurück zur Gemeinschaft der Heiligen. Zurück zum Brechen des Brotes als Ausdruck dafür, dass der verspottete und gekreuzigte Jesus Christus der Herr in unserer Mitte ist. Ach hätten wir die Verfolgung wieder! Ist das der einzige Weg, dass wir wieder zurückkehren zum Wort Gottes? Ja, die Worte unseres Herrn Jesus vergehen nicht. Sein Wort ermutigt. Sein Wort schenkt uns Zukunft. Der Verfasser ist Missionsleiter der Mission für Süd-Ost-Europa mit Sitz in Siegen. Die Mission feiert am 7. März in der Hammerhütte in Siegen ihr 101. Jahresfest. Wer den Weg nach Siegen nicht scheut, ist ab 1000 Uhr herzlich eingeladen.
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