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Datum: Samstag, 27.09.2008
Bibelstelle: Markus 10,17-22
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wie komme ich in den Himmel? - II




Geh hin, verkaufe alles, verschenke alles, komm, folge mir nach! Sind diese
Forderungen nicht zu steil? Nein, sind sie nicht. Warum? Reichtum und
Religiosität geben keine wirkliche, tiefe Zufriedenheit. Es bleibt eine gewisse
Leere im Herzen. Die Sehnsucht nach Freude, nach Frieden, nach Gerechtigkeit, nach Geborgenheit und Liebe bleibt ungestillt. Unser Herz verlangt nach bedingungsloser Liebe. Das ist genau der Punkt, den Jesus berührt: Er »blickte ihn an, gewann ihn lieb«. Vor allem, was wir tun und lassen, rangiert die voraussetzungslose Liebe Gottes zu uns. (Lies 5. Mose 7, 7. 8; Jes. 43, 4; 49, 15; Jer. 31, 3; Joh. 3, 16; 13, 1; 15, 9a.) Unabhängig davon, wer wir sind und was wir leisten, steht fest: Gott liebt dich. Denken wir an die zwei Söhne, von denen Jesus erzählte (Luk. 15, 11ff). Der eine forderte vorzeitig die Auszahlung seine Erbanteils, zog von zu Hause weg, führte ein sehr unmoralisches Leben. Aber der Vater hörte nicht auf, ihn zu lieben.

Der andere Sohn blieb zu Hause. Er war rechtschaffen, arbeitete fleißig,
führte ein moralisch gutes Leben. Der Vater hörte nicht auf, auch ihn zu
lieben – ihn, den Fleißigen und Unzufriedenen, den Rechtschaffenen und
Selbstgerechten. (Siehe Pred. 7, 20.) Der eine lebte weit entfernt vom Vater
im Talkessel der Sünde, der andere lebte beim Vater, innerlich distanziert im
Talkessel der Selbstgerechtigkeit. Beides ist für den liebenden Vater gleich
schlimm. Der »große Sünder« und der »kleine Sünder« leben getrennt von
der Liebe und Güte des Vaters. Und Trennung ist Trennung. Aber der Vater
möchte beide Söhne bei sich haben. Er möchte, dass beide Söhne seine Liebe
erkennen und annehmen. Darauf wartet er.

Markus 10
17 Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herbei, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?
18 Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.
19 Die Gebote weisst du: `Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten; ehre deinen Vater und deine Mutter!
20 Er aber sagte zu ihm: Lehrer, dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an.
21 Jesus aber blickte ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir; geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
22 Er aber ging, entsetzt über das Wort, traurig weg, denn er hatte viele Güter.


 

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