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Datum: Freitag, 09.01.2009
Bibelstelle: Jakobus 5, 10. 11
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Hiob – Wer war dieser Mann? - I



Jakobus 5
10 Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben.
11 Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Vom Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende [des] Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.

Er war ein sehr reicher und ein frommer Mann. Sorgfältig achtete er darauf,
Unrecht zu meiden. Bei aller Gewissenhaftigkeit war er ein freigebiger Mann
mit einem weiten Herzen für Menschen in Not. Er öffnete sein Haus für
Ausländer, besuchte Kranke, kümmerte sich um Behinderte und Rechtlose.
Er konnte trösten und seelsorgerlich raten. Viele, besonders die eigenen
Kinder, begleitete er im Gebet. Überall war er bekannt als guter Familienvater,
treuer Ehemann und gerechter Arbeitgeber. Das Geheimnis seiner
Ausstrahlungskraft lag in seiner Beziehung zu Gott. Darum konnte der Herr
von diesem Mann sagen: »Es gibt keinen wie ihn auf Erden – ein Mann, so
rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet« (Hiob
1, 8). So untadelig und treu wie Hiob war sonst keiner auf der Erde. Er setzte
sein ganzes Vertrauen auf den Herrn.

Doch dann kam die furchtbare Wende. Von einer Stunde auf die andere
verlor Hiob alles: Hab und Gut, seine Töchter und Söhne, seine Gesundheit.
Vom schweren Leid ihres Mannes gebeutelt, beschwor ihn seine Frau, Gott
abzusagen (Hiob 2, 9. 10). Ja, wo war Gott? Wie konnte er zulassen, dass ein
Gerechter leidet? In langen Gesprächsrunden erheben Hiobs Freunde immer
wieder den Vorwurf, dass er für verborgene Schuld von Gott bestraft werde.
Doch davon will Hiob nichts wissen. Er anerkennt zwar die Sündhaftigkeit
aller Menschen, lässt sich aber seine Gottesfurcht nicht nehmen. Hiobs verzweifelte Anklagen und hoffnungslose Aufschreie richten sich immer wieder
an den Herrn. In der tiefsten Ausweglosigkeit des Schmerzes hält der
Leidende an der Gewissheit fest, dass Gott ihn noch erlösen wird, selbst
wenn er sein Handeln nicht versteht und nur als Unrecht empfinden kann.
(Lies Hiob 19, 25-27; Ps. 16, 9-11.)


 

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