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Aidlinger Bibellese

Datum: Dienstag, 20.01.2009
Bibelstelle: Psalm 40, 13. 14; lukas 18, 13
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Auf festem Boden in Höhen und Tiefen des Lebens – Psalm 40 (Teil 3) - VI



Psalm 40
13 Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Sünden haben mich erreicht, dass ich nicht aufzublicken vermag; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.
14 Lass dir gefallen, HERR, mich zu erretten! HERR, eile zu meiner Hilfe!
Lukas 18
13 Und der Zöllner stand von fern und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!

Es gibt Lasten, die wir uns selber auferlegen. David bekennt: »Meine Sünden
haben mich ereilt, ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare
auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. Lass dir’s gefallen, Herr, mich
zu erretten, eile mir zu helfen.« Man sagt, eine Religion ist so viel wert, wie
sie auf die Frage der Sünde, des Leides und des Todes eine Antwort hat.

Keine weitere der großen Weltreligionen kann auf diese Fragen eine befriedigende
Antwort geben. So faszinierend andere Religionen für viele sein mögen – man kann etwas tun, um sich sein Heil zu verdienen – so hoffnungslos und enttäuschend ist die Antwort auf die Frage nach Vergebung der Schuld, dieses Grundproblems des Menschen. Wenn David hier die Worte »ereilt – nicht zu überblicken – unzählbar« gebraucht, zeigt er, wie bedrückend Sünde ist, wie sie plötzlich vor einem steht, auch wenn sie Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt, wie haushoch und massiv sie jeden Ausblick verwehrt und Menschen in Verzweiflung stürzt. David benutzt ein eindrückliches Bild für die Menge der Sünden, wenn er sagt: »Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt.« Sieht er in diesem Augenblick sein eigenes Leben im Licht des heiligen Gottes? Sünde wird im Licht Gottes als Verletzung der Heiligkeit Gottes erkannt. – Wer einen dunklen Raum betritt, sieht zunächst kaum etwas. Beginnt es aber dort zu dämmern, erkennt man Umrisse. Wird es hell, bleibt der Staub nicht verborgen. Fallen aber Sonnenstrahlen in den Raum, kann man die Staubpartikel in der Luft beobachten.
Unsere Bitte kann heute sein: »Herr, stell mich in dein Licht, beleuchte die
staubigen und kaputten Stellen in meinem Leben und vergib mir meine
Schuld.« (Lies Psalm 90, 8; 51, 3-14; 79, 9.)


 

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