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Datum: Freitag, 23.01.2009
Bibelstelle: Psalm 40, 15. 16; 55, 2-4. 17-24
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Auf festem Boden in Höhen und Tiefen des Lebens – Psalm 40 (Teil 3) - IX



Psalm 40
15 Es sollen sich schämen und beschämt werden allesamt, die nach meinem Leben trachten, es wegzuraffen; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die Gefallen haben an meinem Unglück!
16 Es sollen sich entsetzen über ihre Schande, die zu mir sagen: Haha! Haha!
Psalm 55
2 Nimm zu Ohren, o Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen!
3 Horche auf mich und antworte mir! Ich irre umher in meiner Klage und muss stöhnen
4 vor der Stimme des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen; denn sie wälzen Unheil auf mich, und im Zorn feinden sie mich an.
17 Ich aber, ich rufe zu Gott, und der HERR hilft mir.
18 Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich; und er hat meine Stimme gehört.
19 Er hat meine Seele zum Frieden erlöst, dass sie mir nicht nahen können; denn mit vielen sind sie gegen mich gewesen.
20 Hören wird Gott und sie unterdrücken - er thront ja von alters her;
weil es keine Zuverlässigkeit bei ihnen gibt und sie Gott nicht fürchten.
21 Er hat ausgestreckt seine Hände gegen seine Friedensbeschlüsse, entweiht hat er seinen Bund.
22 Glatter als weiche Butter ist sein Mund, und Feindschaft ist sein Herz; geschmeidiger als Öl sind seine Worte, aber sie sind gezogene Schwerter.
23 Wirf auf den HERRN deine Last, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, dass der Gerechte wankt.
24 Und du, Gott, wirst sie hinabstürzen in den Brunnen der Grube; die Männer des Blutes und des Betruges werden ihre Tage nicht zur Hälfte bringen. Ich aber will auf dich vertrauen.

David hat Feinde, die sein Leben auslöschen wollen. Deshalb betet er:
»Schämen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben
trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden
werden, die mir mein Unglück gönnen.« Sind das nicht seltsame Misstöne,
die David hier anschlägt? Liegt er nicht völlig daneben mit solchen Rachegedanken?

Sind diese Worte nicht Ausdruck angestauter Bitterkeit, wenn er
in vernichtendem Ton von seinen Feinden spricht? Solche Äußerungen sind
schwer verständlich. Aber es gibt kleine Verstehenshilfen:

• Wir müssen uns bewusst machen, dass David in härtesten Auseinandersetzungen stand. Ständig wurde er verfolgt. Oft hing sein Leben an einem seidenen Faden. So wundert es nicht, dass ein Mann, der ständig mit handgreiflichen Feindseligkeiten konfrontiert wurde, nun auch zu Gott davon
redet. »Vor Gott klagen kann ich jederzeit. Klage ist kein Zeichen dafür, dass
mein Gebet ungläubiger ist als sonst. Mehr als ein Drittel aller Psalmen sind
Klagepsalmen. Nirgendwo wird so viel und intensiv gebetet wie dort, wo
geklagt wird. Was gehört denn zur Klage? Ganz wichtig: die Anrufung Gottes.
Ich gehe mit dem, was mich fertigmacht, zu Gott. Ich klage Gott nicht
an, ich klage zu ihm. Ich schreie nicht auf, ich schreie zu ihm« (R. Albrecht).
(Lies Ps. 25, 1-3. 19-22.)

• Wir müssen uns bewusst machen, dass der Herr Jesus Christus uns die Feindesliebe geboten hat. Gewiss dürfen wir weiterhin zu Gott klagen, aber
Rache, Hass, Heimzahlung sind uns nicht erlaubt. »Seht zu, dass niemand
einem anderen Böses mit Bösem vergelte, sondern strebt allezeit dem Guten
nach gegeneinander und gegen alle« (1. Thess. 5, 15; lies Matth. 5, 44. 45;
Luk. 23, 34a; Röm. 12, 14. 19. 20; 1. Petr. 3, 9).


 

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