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Aidlinger Bibellese

Datum: Montag, 02.02.2009
Bibelstelle: 1. Könige 21, 1-23
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Der Herr allein ist Gott – Aus dem Leben Elias (Teil 2) – VI



1. Könige 21
1 Und es geschah nach diesen Ereignissen: Nabot, der Jesreeliter, hatte einen Weinberg, der in Jesreel war, [und zwar gleich] neben dem Palast Ahabs, des Königs von Samaria.
2 Und Ahab redete zu Nabot und sagte: Gib mir deinen Weinberg! Er soll mein Gemüsegarten werden, denn er ist nahe bei meinem Haus. Ich gebe dir dafür einen besseren Weinberg als den [hier]. [Oder] wenn es besser ist in deinen Augen, gebe ich dir Geld als Kaufpreis für ihn.
3 Aber Nabot sagte zu Ahab: Das lasse der HERR fern von mir sein, dass ich dir das Erbe meiner Väter gebe!
4 Da ging Ahab in sein Haus, missmutig und wütend über das Wort, das der Jesreeliter Nabot zu ihm geredet hatte, dass er gesagt hatte: Ich gebe dir das Erbe meiner Väter nicht. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Gesicht ab und ass nichts.
5 Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und sagte zu ihm: Warum denn ist dein Geist missmutig, und [warum] isst du nichts?
6 Er sagte zu ihr: Weil ich zu dem Jesreeliter Nabot geredet und ihm gesagt habe: Gib mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir gefällt, will ich dir stattdessen einen [anderen] Weinberg geben! Er aber sagte: Ich gebe dir meinen Weinberg nicht.
7 Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du, du übst [doch] jetzt die Königsherrschaft über Israel aus. Steh auf, iss und lass dein Herz fröhlich sein! Ich werde dir den Weinberg des Jesreeliters Nabot geben.
8 Dann schrieb sie Briefe im Namen Ahabs und siegelte sie mit seinem Siegel und sandte die Briefe an die Ältesten und an die Vornehmen, die mit Nabot [zusammen] in seiner Stadt wohnten.
9 Und sie schrieb in den Briefen folgendes: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot obenan im Volk sitzen!
10 Und setzt ihm gegenüber zwei Männer, Söhne der Bosheit, dass sie gegen ihn zeugen, indem sie sagen: Du hast Gott und den König gelästert! Dann führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er stirbt!
11 Da taten die Männer seiner Stadt, die Ältesten und die Vornehmen, die in seiner Stadt wohnten, wie Isebel zu ihnen gesandt hatte, so, wie in den Briefen geschrieben stand, die sie ihnen gesandt hatte.
12 Sie riefen ein Fasten aus und liessen Nabot obenan im Volk sitzen.
13 Dann kamen die beiden Männer, die Söhne der Bosheit, und setzten sich ihm gegenüber. Und die Männer der Bosheit zeugten gegen ihn, gegen Nabot vor dem Volk, indem sie sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert! Dann führte man ihn zur Stadt hinaus und steinigte ihn, und er starb.
14 Und sie sandten zu Isebel und liessen [ihr] sagen: Nabot ist gesteinigt worden und ist tot.
15 Und es geschah, als Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt worden und tot war, sagte Isebel zu Ahab: Mache dich auf, nimm in Besitz den Weinberg des Jesreeliters Nabot, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben! Denn Nabot lebt nicht mehr, er ist tot.
16 Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf, um in den Weinberg des Jesreeliters Nabot hinabzugehen [und] ihn in Besitz zu nehmen.
17 Da geschah das Wort des HERRN zu Elia, dem Tischbiter:
18 Mache dich auf, geh hinab Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria [wohnt]! Siehe, er ist im Weinberg Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen.
19 Und rede zu ihm und sage: So spricht der HERR: Hast du gemordet und auch [fremdes Gut] in Besitz genommen? Und rede zu ihm: So spricht der HERR: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen die Hunde dein Blut, ja deines, lecken.
20 Und Ahab sagte zu Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind? Und er sagte: Ich habe [dich] gefunden, weil du dich verkauft hast, um zu tun, was böse ist in den Augen des HERRN.
21 Siehe, ich bringe Unheil über dich und fege aus hinter dir her. Ich werde von Ahab ausrotten, was männlich ist, den Unmündigen und den Mündigen in Israel.
22 Und ich mache dein Haus dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, gleich und dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas, wegen des Zornes, zu dem du mich gereizt hast, und [weil] du Israel zur Sünde verführt hast.
23 Und auch über Isebel hat der HERR geredet und gesprochen: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Vormauer von Jesreel.

In diesem Abschnitt lernen wir den glaubenslosen König Ahab, der offenbar
zu keiner echten Buße gefunden hatte, noch einmal von einer anderen Seite
kennen. Diesmal erfahren wir etwas über seinen »Regierungsstil«, und dabei
taucht wieder einmal seine herrschsüchtige Frau Isebel als »Drahtzieherin«
des Bösen auf. Beim Lesen des Textes gewinnen wir den Eindruck, als ob
Gott nicht mitbekommt, was hier vorgeht, bis gewissermaßen im letzten
Augenblick Elia die Bühne betritt und Gottes Gericht verkündigt.
Wir sind mitten in unserer Zeit angekommen, wenn wir uns heute mit dieser
Geschichte befassen. Können Mächtige das Recht mit Füßen treten? Die
Bibel antwortet darauf mit Ja. Aber sie können es nicht ungestraft tun!
Zwischen Ahab, dem Mächtigen, und Nabot, dem rechtmäßigen Besitzer
eines Weinbergs, entsteht ein Konflikt. Es geht um das Land (den Weinberg)
Nabots. Dabei hatte doch Ahab wirklich genug Gärten und Grundstücke.
Aber er will unbedingt diesen Weinberg besitzen. Die Habgier bemächtigte
sich seiner. Damit begann seine Sünde. Wer begehrt, was der andere hat,
kann leicht in eine tödliche Falle geraten. Schon seit dem Sündenfall steckt
viel unausgesprochene Begierde im menschlichen Herzen. Das »Lustprinzip«
hat auch in christlichen Kreisen Einzug gehalten. Vielleicht sogar bei uns?
(Lies 5. Mose 5, 21; 1. Mose 3, 6-13; Jos. 7, 1. 11.) Wir wollen etwas oder
jemanden unter allen Umständen haben und scheuen keine Mittel! Und
schon beginnt die Not! Die Verhandlungstaktik des Königs schien zunächst
harmlos und gut zu verlaufen, bis Nabot »nein« sagte. Warum weigert er
sich denn eigentlich, sein Land zu verkaufen? Er tut es »nicht aus starrköpfigem
Eigensinn; das eigentliche Motiv dieser Weigerung ist Nabots Frömmigkeit
« (H. Lamparter). Sein Nein war eine mutige Treuebezeugung Gott
gegenüber. (Vgl. Hes. 46, 18; 4. Mose 36, 9; 1. Sam. 24, 7.)


 

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