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Datum: Dienstag, 03.02.2009
Bibelstelle: 1. Könige 21, 4-16
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Der Herr allein ist Gott – Aus dem Leben Elias (Teil 2) - VII



1. Könige 21
4 Da ging Ahab in sein Haus, missmutig und wütend über das Wort, das der Jesreeliter Nabot zu ihm geredet hatte, dass er gesagt hatte: Ich gebe dir das Erbe meiner Väter nicht. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Gesicht ab und ass nichts.
5 Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und sagte zu ihm: Warum denn ist dein Geist missmutig, und [warum] isst du nichts?
6 Er sagte zu ihr: Weil ich zu dem Jesreeliter Nabot geredet und ihm gesagt habe: Gib mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir gefällt, will ich dir stattdessen einen [anderen] Weinberg geben! Er aber sagte: Ich gebe dir meinen Weinberg nicht.
7 Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du, du übst [doch] jetzt die Königsherrschaft über Israel aus. Steh auf, iss und lass dein Herz fröhlich sein! Ich werde dir den Weinberg des Jesreeliters Nabot geben.
8 Dann schrieb sie Briefe im Namen Ahabs und siegelte sie mit seinem Siegel und sandte die Briefe an die Ältesten und an die Vornehmen, die mit Nabot [zusammen] in seiner Stadt wohnten.
9 Und sie schrieb in den Briefen folgendes: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot obenan im Volk sitzen!
10 Und setzt ihm gegenüber zwei Männer, Söhne der Bosheit, dass sie gegen ihn zeugen, indem sie sagen: Du hast Gott und den König gelästert! Dann führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er stirbt!
11 Da taten die Männer seiner Stadt, die Ältesten und die Vornehmen, die in seiner Stadt wohnten, wie Isebel zu ihnen gesandt hatte, so, wie in den Briefen geschrieben stand, die sie ihnen gesandt hatte.
12 Sie riefen ein Fasten aus und liessen Nabot obenan im Volk sitzen.
13 Dann kamen die beiden Männer, die Söhne der Bosheit, und setzten sich ihm gegenüber. Und die Männer der Bosheit zeugten gegen ihn, gegen Nabot vor dem Volk, indem sie sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert! Dann führte man ihn zur Stadt hinaus und steinigte ihn, und er starb.
14 Und sie sandten zu Isebel und liessen [ihr] sagen: Nabot ist gesteinigt worden und ist tot.
15 Und es geschah, als Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt worden und tot war, sagte Isebel zu Ahab: Mache dich auf, nimm in Besitz den Weinberg des Jesreeliters Nabot, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben! Denn Nabot lebt nicht mehr, er ist tot.
16 Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf, um in den Weinberg des Jesreeliters Nabot hinabzugehen [und] ihn in Besitz zu nehmen.
Gottes Gebote gelten für Nabot mehr als der Wunsch des Königs. Die Treue
den Ordnungen des Herrn gegenüber ist Nabot wichtiger als Geld, Reichtum und Ehre bei Menschen. Nabot lehnte also um Gottes willen ab. (Vgl. 3.Mose 25, 23.) Ahabs überzogene Reaktion (V. 4) erscheint unglaublich lächerlich: Wie ein unerzogenes, verwöhntes Kind beharrt er auf der Erfüllung seiner Wünsche. Das zeugt nicht von Reife.

Auch unsere Reaktionen in Auseinandersetzungen können unsere geistliche
Reife widerspiegeln. Ziehe ich mich beleidigt in einen Schmollwinkel zurück?
Mache ich meinen »Gegner« bei andern schlecht? Hege ich Rachegedanken?
Gebrauche ich die Ellbogen, um mein Ziel zu erreichen? (Lies Jak. 1, 19-24.)
Auf diesem Weg werden wir schnell Verbündete finden, so wie Ahab in
seiner Frau Isebel diejenige fand, die ihn unterstützte und bereit war, einen
mörderischen Plan auszuführen (V. 5. 7). Ahab kam das vielleicht sehr gelegen,
lag doch die Verantwortung nicht mehr auf ihm, sondern auf seiner
Frau. Aber er war bei allem genauso beteiligt wie sie – vor allem deshalb,
weil es ihm um seine Macht als Herrscher ging, die durch Nabots Weigerung
für ihn in Frage gestellt schien. Wie leicht können sich Machtgelüste mit
Unrecht und Lüge vermischen! (Vgl. 5. Mose 16, 19.)

Helmut Lamparter beschreibt mit deutlichen Worten, was sich im Palast
abgespielt hatte: »Die Abwendung von dem allein wahren Gott, das Verlassen
der Gottesfurcht, die Hinwendung zum Baal hat die Beugung des Rechts
im Gefolge. Das ist nicht nur zu Ahabs Zeiten so. Nimm die Furcht Gottes aus
den Herzen des Mächtigen, und du wirst unweigerlich die Erfahrung
machen, dass das Recht in die Brüche geht. Das ist entsetzlich!« – Fragen
wir uns heute: Wo gibt es verborgenes Machtstreben in unserem Leben, das
wir überwinden sollten? (Dazu Jer. 45, 5.)


 

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