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Datum: Mittwoch, 04.02.2009
Bibelstelle: 1. Könige 21, 8-29
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Der Herr allein ist Gott – Aus dem Leben Elias (Teil 2) - VIII



1. Könige 21
8 Dann schrieb sie Briefe im Namen Ahabs und siegelte sie mit seinem Siegel und sandte die Briefe an die Ältesten und an die Vornehmen, die mit Nabot [zusammen] in seiner Stadt wohnten.
9 Und sie schrieb in den Briefen folgendes: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot obenan im Volk sitzen!
10 Und setzt ihm gegenüber zwei Männer, Söhne der Bosheit, dass sie gegen ihn zeugen, indem sie sagen: Du hast Gott und den König gelästert! Dann führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er stirbt!
11 Da taten die Männer seiner Stadt, die Ältesten und die Vornehmen, die in seiner Stadt wohnten, wie Isebel zu ihnen gesandt hatte, so, wie in den Briefen geschrieben stand, die sie ihnen gesandt hatte.
12 Sie riefen ein Fasten aus und liessen Nabot obenan im Volk sitzen.
13 Dann kamen die beiden Männer, die Söhne der Bosheit, und setzten sich ihm gegenüber. Und die Männer der Bosheit zeugten gegen ihn, gegen Nabot vor dem Volk, indem sie sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert! Dann führte man ihn zur Stadt hinaus und steinigte ihn, und er starb.
14 Und sie sandten zu Isebel und liessen [ihr] sagen: Nabot ist gesteinigt worden und ist tot.
15 Und es geschah, als Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt worden und tot war, sagte Isebel zu Ahab: Mache dich auf, nimm in Besitz den Weinberg des Jesreeliters Nabot, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben! Denn Nabot lebt nicht mehr, er ist tot.
16 Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf, um in den Weinberg des Jesreeliters Nabot hinabzugehen [und] ihn in Besitz zu nehmen.
17 Da geschah das Wort des HERRN zu Elia, dem Tischbiter:
18 Mache dich auf, geh hinab Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria [wohnt]! Siehe, er ist im Weinberg Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen.
19 Und rede zu ihm und sage: So spricht der HERR: Hast du gemordet und auch [fremdes Gut] in Besitz genommen? Und rede zu ihm: So spricht der HERR: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen die Hunde dein Blut, ja deines, lecken.
20 Und Ahab sagte zu Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind? Und er sagte: Ich habe [dich] gefunden, weil du dich verkauft hast, um zu tun, was böse ist in den Augen des HERRN.
21 Siehe, ich bringe Unheil über dich und fege aus hinter dir her. Ich werde von Ahab ausrotten, was männlich ist, den Unmündigen und den Mündigen in Israel.
22 Und ich mache dein Haus dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, gleich und dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas, wegen des Zornes, zu dem du mich gereizt hast, und [weil] du Israel zur Sünde verführt hast.
23 Und auch über Isebel hat der HERR geredet und gesprochen: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Vormauer von Jesreel.
24 Wer von Ahab in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen, und wer auf [freiem] Feld stirbt, den werden die Vögel des Himmels fressen.
25 Es hat in der Tat keinen wie Ahab gegeben, der sich [so] verkauft hätte, um zu tun, was in den Augen des HERRN böse ist. Ihn hatte seine Frau Isebel verführt.
26 Und er handelte ganz abscheulich, indem er den Götzen nachlief, ganz wie es die Amoriter getan hatten, die der HERR vor den Söhnen Israel vertrieben hatte.
27 Und es geschah, als Ahab diese Worte hörte, da zerriss er seine Kleider und legte Sacktuch um seinen Leib und fastete; und er lag im Sacktuch und ging still einher.
28 Da geschah das Wort des HERRN zu Elia, dem Tischbiter:
29 Hast du gesehen, dass Ahab sich vor mir gedemütigt hat? Weil er sich vor mir gedemütigt hat, will ich das Unheil nicht in seinen Tagen kommen lassen; [erst] in den Tagen seines Sohnes werde ich das Unheil über sein Haus kommen lassen.

Zu allen Zeiten gab es Mächtige, die davon überzeugt waren, dass recht ist,
was ihnen nützt, oder im besten Fall, was dem Volk nützt. Gottes Wort aber
setzt andere Maßstäbe. Recht ist das, was vor Gott recht ist, alles andere ist
Lüge. »Wo die Lüge mit der Macht im Bunde ist, ist in dieser Welt das Recht
noch immer unter die Räder gekommen« (H. Lamparter; vgl. Spr. 6, 12-15).
Isebels hinterlistiger Plan gelang: Nabot wurde umgebracht. Nun konnte der
Weinberg von Ahab in Besitz genommen werden. Wir wundern uns, dass es
ihm gar nichts ausmachte, dieses gemeine Spiel mitzumachen. Aber so blind
kann Macht den Menschen machen. Ahab riss den Zaun nieder und erklärte
dieses Stück Land als Besitz der Krone. Und Gott?

»Aber des Herrn Wort erging an Elia.« Zum dritten Mal tritt nun Elia dem
König Auge in Auge gegenüber, um ihm das Gericht Gottes anzusagen.
Wenn wir die Gerichtsbotschaft genauer betrachten, sehen wir, wie Gott bis
in alle Einzelheiten über das entsetzliche Unrecht Bescheid wusste. Man
könnte meinen, er habe Isebel über die Schulter geschaut, als sie ihre Briefe
schrieb. Der Herr sah, wie die Steine flogen, wie die Hunde kamen . . . Gott
weiß. Und Gott sieht. Das ist tröstlich zu wissen. Der Herr lässt niemanden
aus den Augen, der in dieser Welt zu Unrecht leiden und sterben muss. (Vgl. 2. Kön. 20, 5; Hiob 34, 21; Ps. 33, 14.) Gott ist und bleibt der Richter über
alles Unrecht. Wenn seine Stunde da ist, wird er ein gerechtes Gericht halten. (Lies Ps. 9, 9; 96, 10; Jes. 11, 4.) Gott ist und bleibt ein gnädiger und barmherziger,
aber auch ein heiliger Gott. Vor ihm hat kein Unrecht Bestand.


 

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