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nächsten Text: Aus dem Leben Elisas – VII vorherigen Text: Aus dem Leben Elisas – V Archiv Datum: Montag, 09.03.2009 Bibelstelle: 2. Könige 4, 8-17 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Aus dem Leben Elisas – VI 2. Könige 4 8 Und es begab sich zu der Zeit, daß Elisa ging gen Sunem. Daselbst war eine reiche Frau; die hielt ihn, daß er bei ihr aß. Und als er nun oft daselbst durchzog, ging er zu ihr ein und aß bei ihr. 9 Und sie sprach zu ihrem Manne: Siehe, ich merke, daß dieser Mann Gottes heilig ist, der immerdar hie durchgehet. 10 Laß uns ihm eine kleine bretterne Kammer oben machen und ein Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hineinsetzen, auf daß, wenn er zu uns kommt, dahin sich tue. 11 Und es begab sich zu der Zeit, daß er hineinkam und legte sich oben in die Kammer und schlief drinnen. 12 Und sprach zu seinem Knaben Gehasi: Rufe der Sunamitin! Und da er ihr rief, trat sie vor ihn. 13 Er sprach zu ihm: Sage ihr: Siehe, du hast uns all diesen Dienst getan; was soll ich dir tun? Hast du eine Sache an den König oder an den Feldhauptmann? Sie sprach: Ich wohne unter meinem Volk. 14 Er sprach: Was ist ihr denn zu tun? Gehasi sprach: Ach, sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist alt. 15 Er sprach: Rufe ihr! Und da er ihr rief, trat sie in die Tür. 16 Und er sprach: Um diese Zeit über ein Jahr sollst du einen Sohn herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes, lüge deiner Magd nicht! 17 Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn um dieselbe Zeit über ein Jahr, wie ihr Elisa geredet hatte. 3. Wer mit Gott lebt, sucht den Rat anderer und nimmt ihn an (Spr.1,5). Obwohl Elisa seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen wollte, wusste er nicht wie. Das machte ihn ratlos, aber er verbirgt seine Ratlosigkeit nicht, sondern bespricht sich mit Gehasi, seinem Gehilfen. Das ist Größe, wenn ein Höhergestellter einem scheinbar untergeordneten Mitarbeiter etwas zutraut, ihm eingesteht, dass er nicht alles weiß und nicht alles alleine kann. Elisa fühlte sich offensichtlich nicht gekränkt, weil Gehasi die bessere Einsicht hatte. (Vgl. Mark. 10, 43. 44.) »Wir sollten einander etwas zutrauen, aus dem dankbaren Staunen darüber, dass unser Herr uns doch auch etwas zutraut und überlässt, obwohl er nicht immer die besten Erfahrungen mit uns gemacht hat« (H. Zentgraf). 4. Wer mit Gott lebt, weiß, dass dieser Herr Leben wecken kann, wo nichts zu erwarten ist (Klagel. 3, 21-24). Woher wusste Gehasi von der tief sitzenden Not der Schunemiterin? Die göttliche Liebe erfasst die Bedrängnis des anderen. Diese Liebe sieht tiefer und weiter als der äußere Anschein vorgibt. Die Schunemiterin hatte sich wahrscheinlich längst mit ihrer Kinderlosigkeit abgefunden. Für sie gab es in dieser Sache nichts mehr zu hoffen. Und doch hatte sie an der Verheißung Elisas zu lernen, dass ein Wort von Gott wirklicher ist als alle anderen Wirklichkeiten. Wir können nicht beurteilen, ob sie diesem Wort Gottes durch den Propheten viel Vertrauen entgegenbrachte oder nicht. Aber wir sehen, dass Gott selbst da noch handelt, wo man ihm wenig oder gar keinen Glauben schenkt. Er kann auch da Leben schaffen, wo wir ohne Hoffnung sind und resigniert haben. Dieser große Gott, der im Leben dieser Frau gehandelt hat, ihr ein Kind schenkte, ist auch unser Gott. Ihn dürfen wir durch Vertrauen ehren (Joh. 5, 25. 26).
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