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Datum: Sonntag, 15.03.2009
Bibelstelle: 2. Könige 5, 19-27
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Aus dem Leben Elisas – XII



2. Könige 5
19 Er sprach zu ihm: Zeuch hin mit Frieden! Und als er von ihm weggezogen war, ein Feld Weges auf dem Lande,
20 gedachte Gehasi, der Knabe Elisas, des Mannes Gottes: Siehe, mein Herr hat diesen Syrer Naeman verschonet, daß er nichts von ihm hat genommen, das er gebracht hat. So wahr der Herr lebet, ich will ihm nachlaufen und etwas von ihm nehmen.
21 Also jagte Gehasi dem Naeman nach. Und da Naeman sah, daß er ihm nachlief, stieg er vom Wagen ihm entgegen und sprach: Gehet es recht zu?
22 Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und läßt dir sagen: Siehe, jetzt sind zu mir kommen vom Gebirge Ephraim zween Knaben aus der Propheten Kindern; gib ihnen einen Zentner Silbers und zwei Feierkleider.
23 Naeman sprach: Lieber, nimm zween Zentner: Und er nötigte ihn und band zween Zentner Silbers in zween Beutel und zwei Feierkleider und gab's seinen zweien Knaben, die trugen es vor ihm her.
24 Und da er kam gen Ophel, nahm er's von ihren Händen und legte es beiseit im Hause und ließ die Männer gehen.
25 Und da sie weg waren, trat er vor seinen Herrn. Und Elisa sprach zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hieher noch daher gegangen.
26 Er aber sprach zu ihm: Wandelte nicht mein Herz, da der Mann umkehrete von seinem Wagen dir entgegen? War das die Zeit, Silber und Kleider zu nehmen, Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde?
27 Aber der Aussatz Naemans wird dir anhangen und deinem Samen ewiglich. Da ging er von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.


Die Heilung des syrischen Heerführers hatte ein trauriges Nachspiel. Gehasi,
der Diener des Propheten, hatte offenbar ein völlig anderes Dienstverständnis
als sein Herr. Hatte er vielleicht mit besonderen Schwachstellen seiner
Persönlichkeit zu kämpfen – zum Beispiel: gebraucht zu sein und ohne
Anerkennung auskommen zu müssen? »Elisa erhielt die Ehre. Fühlte sich
Gehasi im Hintergrund übersehen, wo er doch alles tat, was ihm aufgetragen
wurde« (C. Swindoll)? Das kann schnell passieren, dass man sich
benachteiligt fühlt, von anderen benützt. Aber wer verstanden hat, was
Hingabe ist, weiß auch, dass Gott sie im Verborgenen sieht und niemals
übersieht. (Vgl. Ps. 38, 9. 10.) Es kann nur der Stolz sein, der einem Diener
Gottes einredet, dass er ein unbedingtes Recht auf eine angemessene Belohnung seiner Arbeit hat. (Dazu Ps. 101, 4. 5; Spr. 16, 5; Dan. 4, 34.) »Stolz ist eine Gefahr und eine Sünde, deren sich der Betroffene meist gar nicht bewusst ist. Gemein sind die Gedanken des stolzen Herzens, zum Schämen. – Liebe führt nicht Buch darüber, wer was tut« (C. Swindoll).

Bei Gehasi war es dem Feind gelungen, sein Herz mit Gewinnsucht zu füllen.
Deshalb suchte er nach Anerkennung, nach Besitz, nach Reichtum. Er wird
zum Lügner, zum frommen Heuchler. Er nahm sich wichtig und vergaß
dabei, wie wichtig er Gott war. Dabei gilt es zu beachten, dass ihn niemand
zu diesem Schritt aktiviert hat. Er wählte diesen Weg, der ihn schließlich ins
Abseits stellte und seinem Dienst ein jähes Ende setzte. Obwohl der Prophet
es ihm leicht gemacht hatte, seinen Fehltritt zu bekennen, tat er keine Buße.
Das schreckliche Ende Gehasis drängt uns, mit den Worten des Psalmisten
zu beten: »Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und
erkenne meine Gedanken. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite
mich auf ewigem Wege« (Ps. 139, 23. 24).


 

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