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Datum: Dienstag, 07.04.2009
Bibelstelle: Matthäus 26, 36-46
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil VII



Matthäus 26
36 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete.
37 Und nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen.
38 Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!
39 Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
40 Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?
41 Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
42 Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille.
43 Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs.
44 Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte.
45 Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird.
46 Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät!

In Gethsemane geschieht eine entscheidende Wandlung. Während Jesus zu
Beginn betet: »Meine Seele ist betrübt bis in den Tod« (V. 38), finden wir
unseren Herrn nach seinem Gebetsringen fest entschlossen, dem Tod ins
Auge sehend: »Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, nahe ist gekommen, der
mich überliefert« (V. 46). Ein Ausleger schreibt: »Wie ist es zu dieser Wandlung gekommen? ›Er fing an, zu zittern und zu zagen.‹ Etwas, was uns die ganze Todesrealität vor Augen führt. Wir stehen davor, ratlos. Wir müssen
mit zusehen, müssen es miterleben. Wir kennen Jesus anders. Da war er auf
dem Berg der Verklärung. Wir sahen ihn mit ruhigem und festem Schritt auf
Jerusalem zugehen, wir sahen ihn in der klaren Auseinandersetzung mit den
Schriftgelehrten und Pharisäern. Wir sahen ihn auf dem Wege in majestätischer Weise seine größten Machttaten tun und die tiefsten Wahrheiten über seine Person aussprechen (Matth. 28, 18; Luk. 1, 51). Wir hörten ihn mit göttlicher Ruhe von seinem Leiden, seinem Sterben reden. Wir begleiteten ihn in den Saal zum Passa, zum Abendmahl und wie er seinen Jüngern sein Blut als schon vergossen darreichte. So ging er bisher dem Leiden entgegen, und nun, was ist jetzt passiert? Welch ein Kontrast! Welch eine unbegreifliche Änderung! Der Mann, dem die Elemente der Natur gehorchten, der die Toten auferweckte und die Dämonen austrieb, ist jetzt selber zu Tode erschrocken?! Zitternd, zagend, klagend. Ein Zagen – bis fast zum Zusammenbruch.

« Wir merken, dass Gethsemane ein dunkler Ort ist, ein Ort, wo
geklagt und geweint wird. Es ist aber auch der Ort, an dem Jesus sich völlig
mit dem Willen seines Vaters eins machte, um uns zu erlösen. (Vgl. Matth.
20, 28; 1. Tim. 2, 6; Hebr. 9, 11-15.)



 

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