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11.04. Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil XI

10.04. Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil X

09.04. Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil IX

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Datum: Mittwoch, 08.04.2009
Bibelstelle: Matthäus 26, 36-46
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil VIII



Matthäus 26
36 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete.
37 Und nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen.
38 Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!
39 Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
40 Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?
41 Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
42 Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille.
43 Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs.
44 Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte.
45 Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird.
46 Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät!

Der Gebetskampf des Herrn dort in Gethsemane beginnt mit den Worten:
»Mein Vater«. So kann nur einer beten, der ein tiefes Vertrauen zum Vater
hat. Trotz der unerträglichen Schwere seines Weges lässt der Herr sich nicht
erbittern. Er will seinem Vater auch in den schwersten Stunden seines
Lebens vertrauen und »lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den
Gehorsam« (Hebr. 5, 8).

Wenn wir beten: »Mein Vater«, dürfen wir wissen, dass der Vater bei uns ist,
auch in der größten Finsternis, im größten Leid, im Sterben und im Tod
(Joh. 10, 29; 16, 27). Und wenn Jesus Angst vor der »Todes-Taufe« hatte (Luk. 12, 50), dann ist er ein Gott, der mit unserer Angst vor Leiden und Tod
mitfühlen kann (Hebr. 5, 2). Es kann unseren Glauben stärken, wenn wir
daran denken, dass unser Herr »wahrer Mensch« war, aber sein Vertrauen
nicht wegwarf, sondern sein Herz im Gebet vor Gott ausschüttete und
darum rang, den Willen Gottes zu tun. Vielleicht ist es gerade die menschliche
Seite, die Jesus dreimal seinen Vater bitten lässt, den schweren Weg nicht
gehen zu müssen. – Ob sich der Apostel Paulus, als er sich im Gebetskampf
zwischen Himmel und Hölle befand, an der dreimaligen Gebetsbitte des
Herrn Jesus Christus orientierte? (Lies 2. Kor. 12, 7-10.) Wie sollen wir es
halten? Nicht jeder kann und muss wie Hiob in seinem unermesslichen Leid
sogleich sagen: »Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name
des Herrn sei gepriesen« (Hiob 1, 21b). Wir dürfen vor Gott klagen, ihm
unser Herz ausschütten, unsere Fragen, Ängste, Zweifel und unsere Schmerzen vor ihm ausbreiten. Aber wir beten eben vor Gott, unserem Vater, der seine Familie niemals im Stich lässt, der nicht zulassen wird, dass wir in
Versuchungen umkommen. Darum wollen wir’s sagen – unter Zittern und
Zagen – »Vater, dein Wille geschehe!«


 

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