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Datum: Freitag, 10.04.2009
Bibelstelle: Matthäus 27, 11-31
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Wunde Punkte – Wendepunkte, Teil X



Matthäus 27
11 Jesus aber stund vor dem Landpfleger. Und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es.
12 Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Ältesten, antwortete er nichts.
13 Da sprach Pilatus zu ihm: Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen?
14 Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte.
15 Auf das Fest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.
16 Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas.
17 Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus?
18 Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
19 Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen.
20 Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und JEsum umbrächten.
21 Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas.
22 Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit JEsu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen!
23 Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übels getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen!
24 Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu!
25 Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!
26 Da gab er ihnen Barabbas los; aber JEsum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuziget würde.
27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers JEsum zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar.
28 Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an
29 und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seiest du, der Juden König!
30 Und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.
31 Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten.
Pontius Pilatus gab den Hinrichtungsbefehl zur Kreuzigung von Jesus
(Mark. 15, 15). Er ließ den Unschuldigen geißeln und lieferte ihn der Folter
römischer Soldaten aus. Dann führten sie Jesus ab, um ihn zu kreuzigen
(Mark. 15, 16-20). Warum nur musste der Herr diesen furchtbaren Weg
gehen?

Schon auf den ersten Blättern der Bibel lesen wir vom schlimmsten Ereignis
der Geschichte überhaupt, dem Ungehorsam der ersten Menschen Gott
gegenüber.

Mit dieser Tat trat das Gesetz der Sünde und des Todes in Kraft.
Das Entsetzliche dieses Vorfalls liegt darin, dass das Geschehene nicht rückgängig gemacht werden kann. Es ist ja geschehen. Denn »wie durch einen
Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde,
so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt
haben« (Röm. 5, 12). Darum gilt: »Niemals kann ein Mann seinen Bruder
loskaufen, er kann Gott sein Lösegeld nicht geben – denn es kostet zu viel,
ihr Leben auszulösen« (Ps. 49, 8. 9; Hebr. 9, 11-14). Diesen Preis kann nur
einer bezahlen. Der Sohn Gottes selber kam in unser sündenbeladenes,
todgeweihtes Leben. Er widerstand der Sünde und war Gott in allem
gehorsam – bis zum Tod am Kreuz. Jesus setzte sein unschuldiges, sündloses
Leben als Lösegeld ein, um uns von der Last der Schuld, von der Macht der
Sünde zu befreien und uns für die ewige Gemeinschaft mit Gott zu erlösen.
Warum handelte der Sohn Gottes so? Hätte Gott uns nicht einfach in unserem
Elend sitzen lassen können? Hätte er uns nicht dem ewigen Tod
überlassen können? Ja, dass hätte er. Aber er wollte es nicht, weil er ein
barmherziger und gnädiger Gott ist. Ein Gott, der uns unendlich liebt. Seine
Gerechtigkeit forderte das Todesurteil, aber seine Liebe schenkt uns das
Leben.



 

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