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Datum: Freitag, 17.04.2009
Bibelstelle: Johannes 1, 38. 39; 21, 12
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil IV



Johannes 1
38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi - was übersetzt heisst: Lehrer -, wo hältst du dich auf?
39 Er spricht zu ihnen: Kommt, und ihr werdet sehen! Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte Stunde.

Johannes 21
12 Jesus spricht zu ihnen: Kommt her, frühstückt! Keiner aber von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.


Wie sollten die beiden Johannesjünger Jesus antworten? Eine langatmige
Rechtfertigung geben, ihre inneren Gefühle beschreiben? Nein. So gradlinig
Jesus sie nach ihrem Begehr fragte, so klar und direkt antworteten Andreas
und der andere Jünger: »Lehrer, wo wohnst du?« Damit gaben sie Jesus zu
verstehen, dass sie ihn näher kennenlernen wollten: Wo bist du zu Hause,
wie lebst du, was machst du . . . ? – »Kommt und seht.« Eine damals übliche
Einladungsformel, aber von Jesus gesagt, bedeutet sie viel mehr. Wenn
Jesus zu jemandem sagt »komm«, so ist es eine Einladung zu einem Zuhause,
das ewig bleibt. Es ist die Berufung, die aus einem sündigen Menschen ein
»Kind Gottes« macht. (Siehe Matth. 11, 28; Jes. 55, 1. 3; Joh. 6, 37.) Andreas und sein Freund waren nun nicht mehr Jünger des Johannes. Sie folgten einem neuen Herrn, dem einen wahren und lebendigen Gott.

Nach jüdischer Zeitrechnung war es etwa 16 Uhr nachmittags. Sie hatten
Zeit und Ruhe, Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Das war die »Sternstunde«
ihres Lebens. Ihr Fragen nach Sinn und Ziel hatte die Antwort gefunden. Sie
hatten Gott kennengelernt. Sie wussten jetzt, dass es für sie selbst und das
Volk in diesem gebeutelten Land Zukunft und Hoffnung gab. (Siehe Jer. 29,
11-14a; 31, 16. 17.) Ohne lange zu zögern, suchte Andreas seinen Bruder
Simon auf: »Simon! Wir haben den Messias (Christus) gefunden.« Wir können
nicht ermessen, was diese Aussage damals bedeutete. Die Erfüllung einer
lang gehegten und gepflegten Hoffnung wurde verkündet. Endlich kam der
von Gott versprochene Retter des Volkes Israel. Jetzt sollte alles gut werden,
im Kleinen wie im Großen. (Lies Joh. 4, 25; Jes. 42, 1-9; 52, 7.)


 

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