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nächsten Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VII vorherigen Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil V Archiv Datum: Sonntag, 19.04.2009 Bibelstelle: Johannes 1, 43-49 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VI Johannes 1 43 Am folgenden Tag wollte er nach Galiläa aufbrechen, und er findet Philippus; und Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach! 44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. 45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus, den Sohn des Joseph, von Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist. 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. 49 Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels. Sie finden sich: Jesus und die Männer, die Gott ihm als Jünger geben wollte (Joh. 17, 6). So findet Jesus den Philippus. Er gehörte zum Bekanntenkreis der Fischer Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und erzählte ihm, wen sie – er, Petrus und Andreas – gefunden hatten: Jesus von Nazareth, von dem schon die Propheten und Mose geweissagt hatten. Es fällt auf, dass Andreas von Jesus als dem Messias sprach, dessen Kommen so sehnlich erwartet wurde. Philippus dagegen nannte Jesus Sohn des Joseph, der die Vaterstelle vertrat. Philippus spielte also auf die irdische Familie von Jesus mit Wohnsitz in Nazareth an. Nathanael und Philippus kannten offenbar die Heiligen Schriften, sonst wüssten sie nichts von den messianischen Verheißungen. Es hieß aber doch: »Und du Bethlehem . . . aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll . . . « (Micha 5, 1). Nathanael runzelte die Stirn. Nazareth – im heidnisch geprägten Galiläa? Was soll aus diesem Ort Gutes kommen? Philippus hielt sich nicht damit auf, die Wand der Skepsis des Nathanael mit guten Argumenten zu durchdringen. Stattdessen lud er ihn ein, mitzukommen. »Gerade eine ganze Gewissheit macht uns frei von allem Ereifern, Beweisen und Diskutieren. Sie erlaubt uns die lockere Herzlichkeit, die in dem Wort des Philippus liegt« (W. de Boor). – Wie begegnet Jesus nun diesem Skeptiker? Er sah ihn auf sich zukommen und wusste schon, was für ein Mensch Nathanael war. Nein, hier wurde kein Vorurteil gefällt, wie das bei uns der Fall ist, wenn wir so gern Menschen nach irgendwelchen Äußerlichkeiten beurteilen. Jesus sah dem jungen Mann direkt ins Herz und erkannte, dass dessen Zweifel einem ehrlichen Suchen nach Wahrheit entsprang. (Siehe Ps. 32, 2b; 26, 2-4.)
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