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22.04. Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil IX

21.04. Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VIII

20.04. Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VII

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Datum: Sonntag, 19.04.2009
Bibelstelle: Johannes 1, 43-49
Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de)
Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net)
Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VI



Johannes 1
43 Am folgenden Tag wollte er nach Galiläa aufbrechen, und er findet Philippus; und Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach!
44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus, den Sohn des Joseph, von Nazareth.
46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!
47 Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist.
48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.
49 Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels.

Sie finden sich: Jesus und die Männer, die Gott ihm als Jünger geben wollte
(Joh. 17, 6). So findet Jesus den Philippus. Er gehörte zum Bekanntenkreis
der Fischer Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und erzählte
ihm, wen sie – er, Petrus und Andreas – gefunden hatten: Jesus von Nazareth, von dem schon die Propheten und Mose geweissagt hatten. Es fällt
auf, dass Andreas von Jesus als dem Messias sprach, dessen Kommen so
sehnlich erwartet wurde. Philippus dagegen nannte Jesus Sohn des Joseph,
der die Vaterstelle vertrat. Philippus spielte also auf die irdische Familie von
Jesus mit Wohnsitz in Nazareth an.

Nathanael und Philippus kannten offenbar die Heiligen Schriften, sonst
wüssten sie nichts von den messianischen Verheißungen. Es hieß aber doch:
»Und du Bethlehem . . . aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über
Israel werden soll . . . « (Micha 5, 1). Nathanael runzelte die Stirn. Nazareth –
im heidnisch geprägten Galiläa? Was soll aus diesem Ort Gutes kommen?
Philippus hielt sich nicht damit auf, die Wand der Skepsis des Nathanael mit
guten Argumenten zu durchdringen. Stattdessen lud er ihn ein, mitzukommen.

»Gerade eine ganze Gewissheit macht uns frei von allem Ereifern,
Beweisen und Diskutieren. Sie erlaubt uns die lockere Herzlichkeit, die in
dem Wort des Philippus liegt« (W. de Boor). – Wie begegnet Jesus nun diesem Skeptiker? Er sah ihn auf sich zukommen und wusste schon, was für ein Mensch Nathanael war. Nein, hier wurde kein Vorurteil gefällt, wie das bei
uns der Fall ist, wenn wir so gern Menschen nach irgendwelchen Äußerlichkeiten beurteilen. Jesus sah dem jungen Mann direkt ins Herz und erkannte, dass dessen Zweifel einem ehrlichen Suchen nach Wahrheit entsprang. (Siehe Ps. 32, 2b; 26, 2-4.)


 

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