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nächsten Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VIII vorherigen Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VI Archiv Datum: Montag, 20.04.2009 Bibelstelle: Johannes 1, 46-50 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VII Johannes 1 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist. 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. 49 Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels. 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum, glaubst du? Du wirst Grösseres als dies sehen. »Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist.« Jesus hat die Skepsis Nathanaels nicht übel genommen. Der Herr schätzte dessen Vorsicht und Gewissenhaftigkeit, die ihn gegenüber einer außerordentlichen Nachricht nüchtern sein ließ. Nathanael wollte sicher erst dem Wahrheitsgehalt der Botschaft auf den Grund gehen. – Die tiefgründig freundliche Begrüßung von Jesus bringt Nathanael aus der Fassung: »Woher kennst du mich?« Blitzartig weiß er sich von Gott erkannt. Vor dem Heiligen ist alles offenbar. Das erschreckt den jungen Mann bis ins Innerste. Und zugleich spürt er die wahrhaftige Wertschätzung des Herrn. Dann geht Jesus einen weiteren Schritt auf ihn zu: »Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.« Nathanael vernimmt, dass Jesus ihn schon kannte, ehe er auch nur einen Blick auf Jesus geworfen hatte. Hier stoßen wir auf das Geheimnis der Berufung. (Lies Jer. 1, 5; Joh. 15, 16; Gal. 1, 15; Eph. 1, 4.) Warum erwähnt Jesus den Feigenbaum? Weinstock und Feigenbaum gehörten damals zu einem Wohnsitz. Der Feigenbaum mit seinen großen Blättern ist ein ausgezeichneter Schattenspender. Er gewährt auch eine gewisse Privatsphäre, in der man sich unbeobachtet fühlen kann. Jesus schaut auch und gerade in diese Privatsphäre hinein und durchleuchtet sie – nicht um uns bloßzustellen, sondern um der Wahrheit willen, die uns frei machen will von allem, was uns bindet und das echte Leben verhindert. Nathanael fühlte sich durchschaut, aber nicht wie bei einer Straftat ertappt, sondern von der Liebe Gottes entdeckt. Das öffnete ihm in unbegreiflicher Weise die Augen, wer Jesus wirklich ist und vor allem für ihn – den Skeptiker – sein will: »Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel.« (Vgl. Matth. 16, 16; Jer. 23, 5; Ps. 2, 6.)
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