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nächsten Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil IX vorherigen Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VII Archiv Datum: Dienstag, 21.04.2009 Bibelstelle: Johannes 3, 1-7 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil VIII Johannes 3 1 Es war aber ein Mensch aus den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. An den Beispielen von Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael sahen wir die lebenverändernde Wirkung durch die Begegnung mit Jesus. Ihr Denken und Tun orientierte sich von da an am Denken und Tun ihres neuen Lehrers. Sie folgten ihm, wohin er auch ging, sie hörten ihm zu, wenn er lehrte, sie hielten sich treu zu ihm – auch wenn sie nicht immer verstanden, was er tat und predigte. Jesus war jedoch nicht nur unterwegs, um Schüler zu gewinnen. Er zeigte sich für jeden offen. Er reagierte nicht verstimmt, als ein Mann ihn bei Nacht aufsuchte, um ihn zu sprechen. Da stand jener »Spitzenmann « vor ihm: Nikodemus, Mitglied des Hohen Rats, Pharisäer und »Lehrer Israels«. Warum kam er heimlich bei Nacht? Hatte er so viel zu tun, dass er nicht tagsüber Jesus aufsuchen konnte? Es könnte aber auch sein, dass Nikodemus nicht den Mut hatte, mit Jesus öffentlich zu sprechen. Er hatte seinen Ruf zu verlieren. Er repräsentierte mit seiner Person die jüdische Frömmigkeit und den Anspruch der Aufsicht über die Wahrung der Gesetzesbestimmungen im jüdischen Alltag und am Sabbat. Nikodemus lebte mit der Schrift. Deshalb hatte er daran keinen Zweifel, dass Jesus ein begnadeter Lehrer war und von Gott gesandt sein musste, wenn er mit solcher Vollmacht auftreten konnte: »Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen . . . « Nikodemus sprach nicht nur für sich. Er stand mit seiner Erkenntnis offensichtlich nicht allein. Man diskutierte in der Etage hochrangiger Theologen über Jesus und was man von ihm erzählte. Da mag Nikodemus zu dem Schluss gekommen sein: »Wenn ich zu einer wahrhaftigen Beurteilung über diesen Mann kommen will, muss ich mit ihm persönlich sprechen.« – Gibt es nicht allzu viele, die gern über Jesus diskutieren, ihn nach dem Maßstab menschlicher Vernunft beurteilen, und sich dennoch der biblischen Wahrheit nicht öffnen wollen, um in persönlichen Kontakt mit ihm zu kommen? (Vgl. Matth. 19, 16-22; Apg. 17, 16-23. 30-32; 26, 25-29.)
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