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nächsten Text: Was unsere Worte bewirken können – Teil I vorherigen Text: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil IX Archiv Datum: Donnerstag, 23.04.2009 Bibelstelle: Johannes 3, 4-7; Hesekiel 36, 25-27 Autor: Gabriele Goseberg (zeitmitgott@dmh-aidlingen.de) Organisation: Diakonissenmutterhaus Aidlingen (http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.net) Thema: Seelsorge-Gespräche im Johannesevangelium, Teil X Johannes 3 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Hesekiel 36 25 Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. 26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27 Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. Nikodemus versteht nicht. (Vgl. Joh. 4, 10-12.) Seine Vorstellung von »Wiedergeburt« ist befremdend. Er weiß nicht, wovon Jesus spricht. Das ist peinlich. Er, der Gelehrte, findet sich in der Rolle eines Schülers wieder. Und Jesus muss ihn belehren. Er unterstreicht seine Aussage über die Notwendigkeit der Geburt von »oben her«, wenn man in das Reich Gottes kommen und Anteil haben will am ewigen Leben. Der Herr gibt eine Hilfestellung, wie man neugeboren wird: durch Wasser und Geist. Nikodemus müsste wissen, was das bedeutet: Mit dem Wasser ist das Reinigungswasser gemeint, das in großen Krügen für die rituellen Waschungen aufbewahrt wurde. (Vgl. Joh. 2, 6-8.) Die Wasser-Taufe des Johannes stellte im Zusammenhang mit einem Sündenbekenntnis die geistliche Bedeutung der Reinigung vor Gott dar. Aber das reicht nicht, um wirklich ein geheiligtes Leben zu führen. Dazu ist der Heilige Geist nötig, der in dem Menschen schafft, was Gott gefällt. Jesus unterscheidet scharf zwischen dem Wert eigener Bemühungen, gut zu sein, und dem, was der Geist Gottes im Menschen schafft (V. 6). Nikodemus ist noch vom frommen Leistungsdenken besetzt. Wie stolz kann ein Mensch doch sein, wenn er zufrieden auf seine guten Leistungen und religiösen Taten zurückblicken kann. – Jesus wirbt um die Seele seines nächtlichen Besuchers. Er kann ihn aber nicht mit der Wahrheit verschonen, die ihm eine sträfliche Unwissenheit in Bezug auf den Heilsweg Gottes bezeugt (V. 9. 10). Ob Nikodemus es gewagt hat, diesen kleinen Schritt aus Glauben zu tun und Gott um seinen Geist zu bitten und sich von der Bürde der Werkgerechtigkeit befreien zu lassen? (Lies Matth. 11, 28-30.)
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